Projekte

Werkstatt Architekturforschung
10/2023 –  (laufend)
Atreju ALLAHVERDY; Thomas MOSER; Anna BRETTL; Theresa KNOSP

Mit der hybriden Vortragsreihe „“ möchte das Institut für Kunstgeschichte, Bauforschung und Denkmalpflege der TU Wien vor allem Nachwuchswissenschaftler:innen ein Forum für den interdisziplinären Austausch über architektur-, kunst- und designgeschichtliche sowie denkmalpflegerische Forschungen und praktische Ansätze bieten. Neben der Präsentation aktueller Projekte, Fragestellungen und methodischer Ansätze soll insbesondere auch die gemeinsame Diskussion wesentlich für das Format sein und ihm so den Charakter eines kollegialen Werkstattgesprächs verleihen.

Für Fragen und Anregungen kontaktieren Sie uns gerne unter:E-Mail: [javascript protected email address]

Die Vorträge finden im Wintersemester 2023 am 09. November, 07. Dezember und 18. Jänner an der TU Wien, Karlsplatz 13, im Seminarraum AE U1–5 statt. Vorträge und Diskussion werden parallel über Zoom übertragen und können unter folgendem Link erreicht werden: Werkstatt Architekturgeschichte

01.06.2021 #01 Anke Blümm (Universität Erfurt)
08.06.2021 #02 Christa Kamleithner (BTU Cottbus-Senftenberg)
15.06.2021 #03 Ben Kaden (HU Berlin)
22.06.2021 #04 Andreas Zeese (TU Wien)
29.06.2021 #05 Sebastian Fitzner (FU Berlin)
30.11.2021 #06 Franziska Ritter (TU Berlin)
14.12.2021 #07 Waltraud Indrist (TU Graz)
25.01.2022 #08 Christian Klusemann (Uni Marburg)
26.04.2022 #09 Christine Beese (FU Berlin)
17.05.2022 #10 Birgit Androschin (TU Graz)
07.06.2022 #11 Oliver Trepte (Bauhaus Universität Weimar)
22.11.2022 #12 Christine Beese (FU Berlin)
20.12.2022 #13 Zsófia Kelm (Berlin)
17.01.2023 #14 Lisa Beißwanger (TU Darmstadt)
04.05.2023 #15 Tina Zürn (Berlin)
25.05.2023 #16 Laura Bohnenblust, Anna-Marie Kroupova und Mariama de Brito Henn (Uni Wien)
15.06.2023 #17 Florina Pop (Uni Innsbruck)
09.11.2023 #18 Cyril Kennel (BTU Cottbus)
07.12.2023 #19 Niloufar Tajeri (DFG-Graduiertenkolleg „Identität und Erbe“)
18.01.2024 #20 Dina Jovanovic (Politecnico Milano)

 

Programm Download:
Werkstatt Architekturgeschichte 2023WS ProgrammWerkstatt Architekturgeschichte 2023S ProgrammWerkstatt Architekturgeschichte 2022W ProgrammWerkstatt Architekturgeschichte 2022S ProgrammWerkstatt Architekturgeschichte 2021W ProgrammWerkstatt Architekturgeschichte 2021S Programm

„Hoch hinaus“ – Studierende erklimmen die Turmspitze von Maria am Gestade
06/2023 –  (laufend)
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER

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„Hoch hinaus“ – Studierende erklimmen die Turmspitze von Maria am Gestade

Im Zuge der LVA Stadtwanderungen. Kunsthistorische Bauanalyse besichtigen wir am 31. Mai 2023 den Wiener Stadttempel von Joseph Kornhäusl, Fischer von Erlach‘s Böhmische Hofkanzlei in der Wipplingerstraße, Otto Wagner herausragende Länderbank mit seinem eleganten Kassensaal und die gotische Kirche Maria am Gestade. Alle Bauten liegen in fußläufiger Nähe und jedes für sich ist ein außergewöhnliches Baudenkmal seiner Zeit.

Selten aber kommt man den gotischen Baumeistern und ihren kühnen konstruktiven Leistungen so nahe, wie an diesem Tag. Diese Erfahrung konnten wir bei der Begehung der beiden Dachstühle machen, die sich über dem hochgotischen Chor (um 1350) und dem 1414 fertiggestellten spätgotischen Langhaus erheben und zu den ältesten der Stadt Wien zählen. Der freie Blick auf die Gewölbe und die frühneuzeitlichen liegenden Dachstühle mit ihren hölzernen Hebewinden war äußerst beeindruckend. Übertroffen wurden diese Erfahrungen durch die Besteigung des siebeneckigen Turmes (1429) und der über dem Glockengeschoss aufgesetzten, mit Maßwerk durchbrochenen Turmhaube. Einige Studierende wagten sogar den finalen Aufstieg über die Leiter bis an die Spitze und wurden mit einer umwerfenden Fernsicht auf die Stadt Wien belohnt. Der Respekt vor dem Können und der Waghalsigkeit gotischer Baumeister wuchs in uns allen und brachte uns diesen historischen Kirchenbau sehr nahe.

Sabine Plakolm-Forsthuber

Animated Architecture – 16 und 17 Juni 2023
06/2023 –  (laufend)

Bewegung und Mobilität erscheinen als geradezu kategoriale Gegenbegriffe zur statischen und meist auf stationäre Beständigkeit ausgelegten Verfasstheit von Architektur – doch nur auf den ersten Blick: Denn zum einen können Bauten durch ihre formale Gestaltung dynamisch und wie in Bewegung wirken. Noch signifikanter scheint jedoch, dass der Wahrnehmung von Architektur sowohl auf Seiten der Bauten selbst als auch vonseiten der Rezipient:innen auch realiter oftmals Mobilitätsaspekte eingepreist sind. Seit gut 5.000 Jahren werden in Europa beispielsweise Türen, Tore und andere Gebäudeteile wie Fenster, Rampen, Stege und Brücken bewegt, während die vermeintlich passive, gebaute Architektur zu Fuß, auf dem Pferd und aus Kutschen seit jeher auch in Bewegung erfahren und dadurch wiederum subjektiv in Bewegung versetzt und animiert wird. Eine regungslose, statische Architekturwahrnehmung bildet also vielmehr eine Ausnahme als den Regelfall. Dabei hat die technologische Transformation der modernen Lebenswirklichkeit unter zunächst thermodynamischen Vorzeichen, etwa durch Dampfmaschinen und Verbrennungsmotoren bis hin zum aktuellen Aufschwung der Elektromobilität, völlig neuartige Modi dynamischer Architekturwahrnehmung gezeitigt, die wir im Rahmen einer interdisziplinären Tagung untersuchen möchten. Der doppelte Fokus liegt dabei sowohl auf beweglichen Architekturen als auch auf bewegter Architekturbetrachtung sowie deren vielgestaltigen Mischformen, die als ein zusammenhängendes Spannungsfeld der modernen Architekturwahrnehmung gemeinsam in den Blick genommen werden. Der Architekturbegriff wird hierfür dezidiert weitgefasst und schließt insbesondere Bereiche des Designs mit ein, so werden beispielsweise bewegliche Möbel oder Fortbewegungsmittel und deren Innenausstattungen als mobile Architektur miteinbezogen.

Animated Architecture - Programm

Konzept und Organisation: Atreju Allahverdy und Thomas Moser
Grafische Gestaltung: Theresa Knosp

Zwischen Cultural Heritage und Eventtourismus – Saisonale Architektur für Passions- und Festspiele
05/2022 –  (laufend)
Markus GESIERICH; Thomas MOSER

Dauer:
16.05.2022–30.06.2022

Die Ausstellung präsentiert studentische Arbeiten zu den Bauten der Passions- und Festspielkultur vom Mittelalter bis in die Gegenwart

Im Modul Architektur- und Kunstgeschichte unter der Leitung von Prof. Dr. Robert Stalla haben sich die Studierenden im Wintersemester 2021/22 mit der Passions- und Festspielkultur auseinandergesetzt und dabei insbesondere ihre Bauten in den Blick genommen. Ausgangspunkte der Plakate bilden Einzelbauwerke, Spielorte und Bautypologien vom Mittelalter bis in die Gegenwart.

Die saisonale Gebundenheit dieser Bauten wirft eine ganze Reihe bedeutender Fragen auf, so etwa zur möglichen Zwischennutzung. Wirtschaftliche Faktoren spielen für viele Standorte sogar eine noch gewichtigere Rolle, wenn in nur wenigen Wochen mehrere zehntausend Touristen für die moderne Eventsommerfrische beispielsweise nach Salzburg reisen. Ganze Infrastrukturen mit gewaltigen Parkhäusern und noblen Hotelanlagen wurden für diesen ephemeren Massentourismus errichtet. All diese Faktoren haben die jüngeren Leuchtturmprojekte zu berücksichtigen – und das möglichst ohne dabei das mitvermarktete pittoreske Landschaftsbild zu beeinträchtigen.

Die Ausstellung, eine Kooperation von TU Wien Bibliothek und Forschungsbereich Kunstgeschichte, präsentiert die Resultate der studentischen Arbeiten in großformatigen Wandpostern.

Download: Rahmenplakate
Link zur TU Bibliothek: Ausstellung Zwischen Cultural Heritage und Eventtourismus – Saisonale Architektur für Passions- und Festspiele

Das Regionale konstruieren: Formen und Funktionen von Heimatschutz-, Reform- und vernakulärer Architektur
11/2021 –  (laufend)
Oliver SUKROW

Das Regionale konstruieren: Formen und Funktionen von Heimatschutz-, Reform- und vernakulärer Architektur

Weblink: ÖAW/IHB

Programm: Das Regionale konstruieren: Heimatschutz-, Reform- und vernakulärer Architektur

Kontakt und Anmeldung: [javascript protected email address]

In den letzten Jahren fand eine intensive Beschäftigung mit dem Phänomen des Regionalen (der Heimatschutz- bzw. Reformarchitektur, der Volkskunst, der Folklore, des Vernakulären, des „Elementaren“, des „Authentischen“ etc.) von Seiten der Kunstgeschichte und Architekturwissenschaft statt. Mittlerweile verfügen wir über eine breite Wissensbasis zu den ideologischen und historischen Kontexten dieser heterogenen, aber eng miteinander verflochtenen Strömungen, ihren Akteuren und Prozessen in der Schweiz, Deutschland, Österreich, Großbritannien und den skandinavischen Ländern. Dennoch sind weiterhin eine Reihe von offenen Fragen zu konstatieren, die insbesondere die sozio-ökonomischen, die medialen und architekturtheoretischen sowie die politisch-administrativen Facetten der regional-gebundenen Architektur um 1900 betreffen.

Der Workshop, eine Kooperation von ÖAW/IHB und dem Forschungsbereich Kunstgeschichte der TU Wien, nimmt dies zum Anlass und setzt sich anhand dreier spezifischer Fallbeispiele mit der Bedeutung des Regional-Begriffs in der Architektur in der zweiten Hälfte des 19. und des frühen 20. Jahrhunderts auseinandersetzen: Tourismus- und Gesundheitsunternehmungen (Kurorte und Sommerfrischen), Staatsverwaltung (Arbeiter*innensiedlungen, Flüchtlingslager) und Architekturtheorie (Kleinwohnhaus). Als inhaltliche Klammern werden zum einen der Bezug auf die Region bzw. auf das regionale Bauen als auch die zugrunde liegenden, konstruierten Vorstellungen von „Land“ und „Landschaft“ dienen. Die architektonischen und städtebaulichen Überlegungen, die zur medialen Verbreitung von bestimmten Vorstellungen von Region / regionalem Bauen führten, werden ebenso eine Rolle spielen. Schließlich werden die Differenzen zwischen der erfundenen / imaginierten und der tatsächlich vernakulären Architektur thematisiert, denn der ostentative Verweis auf die „lokale Baugeschichte“ war allen genannten Bereichen immanent.

In der Zeit der Entwicklung von Nationalstaatsideen und konkurrierenden Zentralstaatsgedanken sowie der Entdeckung des „Lands“ (oder der Landschaft) im Interesse des einsetzenden Tourismus, war der Bezug auf die Region vielfältig konnotiert und die Architektur in ein dichtes semantisches Netz eingespannt. Es gilt, diese Bedeutungsebenen kritisch zu hinterfragen und die Funktion des Regionalen in den beispielhaft gewählten Kontexten zu untersuchen.

Hinweis: Eine Anmeldung ist erforderlich bis 24. November 2021 mit verbindlicher Bekanntgabe, ob Sie persönlich oder virtuell teilnehmen werden. Der Zoom-Link wird allen angemeldeten Teilnehmerinnen und Teilnehmern am 25. November 2021 zugeschickt.

Bei persönlicher Teilnahme gelten die 2,5G-Regeln und die zum Zeitpunkt gültigen COVID-Maßnahmen.

Ablauf:

14.00h: Begrüßung: (ÖAW / IHB)

Einführung: Richard Kurdiovsky / Oliver Sukrow

Vorträge:
Moderation: Anita Aigner (TU Wien)

14.30h: Atli Magnus Seelow (FAU):
Das kleine Haus – ein Bautypus zwischen reformerischem Ehrgeiz und vernakulärem Bezug. Ein Querschnitt anhand von Publikationen aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg

15:15h: Richard Kurdiovsky (ÖAW / IHB):
Eternitplatten gegen Lärchenschindeln. Die Einstellung der k. k. Staatsverwaltung zum regionalen Bauen am Beispiel staatlicher Arbeiter*innensiedlungen.

16:00h: Kaffeepause

16:15h: Oliver Sukrow (TU Wien):
Selbstversorger auf der Alpenmatte und der „radicale Charakter“ des Berghauses: Architektonische Regionalitätskonstruktionen in Sommerfrischen und Kurorten der späten Habsburgermonarchie

17:00h: Antje Senarclens de Grancy (TU Graz):
„Heimatliches Bauen“ im k. k. Flüchtlingslager: Funktionen und Paradoxien der Architektur

17.45h: Diskussion

Konzept und Organisation: Dr. Richard Kurdiovsky (ÖAW/IHB), Dr. Oliver Sukrow (TU Wien)

Veranstalter:
Forschungsbereich Kunstgeschichte des Instituts für die Erforschung der Habsburgermonarchie und des Balkanraumes der ÖAW und Forschungsbereich Kunstgeschichte der TU Wien

 

AUF LINIE NS-Kunstpolitik in Wien
09/2021 –  (laufend)
Sabine PLAKOLM; Ingrid HOLZSCHUH

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AUF LINIE
NS-Kunstpolitik in Wien
14. Oktober 2021 bis 24. April 2022 – ERÖFFNET

Kuratorisches Konzept und Umsetzung gemeinsam mit Sabine Plakolm-Forsthuber im Auftrag des Wien Museum

Ausstellungsrundgang: //www.youtube.com/watch?v=2KjY1Is7B80

Zur Ausstellung erscheint die Publikation
Ingrid Holzschuh, Sabine Plakolm-Forsthuber:
Auf Linie.
NS-Kunstpolitik in Wien. Die Reichskammer der bildenden Künste
Birkhäuser / Wien Museum, Basel 2021

Nach dem „Anschluss“ Österreichs am 12. März 1938 wurden vom NS-Regime alle Kunstvereine zwangsweise aufgelöst. Ab nun übernahm die Reichskammer der bildenden Künste (RdbK) per Gesetz die Kontrolle über die Künstler*innen und das NS-Kunstgeschehen. Die Mitgliedschaft war für alle Künstler*innen verpflichtend und Voraussetzung für die Berufsausübung. Personen jüdischer Herkunft, politisch Andersdenkenden und der künstlerischen Avantgarde blieb die Aufnahme verwehrt.

Von rund 3 000 Künstler*innen haben sich die Mitgliederakten der NS-Reichskammer erhalten, die erstmalig in einem größeren Kontext beforscht wurden. Das neue Quellenmaterial ermöglicht Einblicke in die politischen Machtstrukturen, Abläufe, Netzwerke und die künstlerische Haltung des NS-Regimes, der Akteur*innen sowie ihrer Kunstwerke.

Die neuen Ergebnisse werden in der Ausstellung Auf Linie. NS-Kunstpolitik in Wien präsentiert. Originalobjekte und Dokumente geben Aufschluss über das Werk der Künstler*innen sowie die politische Propagandakunst. Das Wiener Kulturamt als wichtiger Auftraggeber und Initiator für die NS-konforme Kunst wird ebenso vorgestellt wie die Elite der NS-Kunst, die „Gottbegnadeten“. Ein Blick auf die Situation nach 1945 lässt künstlerische und personelle Kontinuitäten kritisch hinterfragen.

Eine Kooperation des Wien Museums mit der Berufsvereinigung der bildenden Künstler Österreichs, Landesverband für Wien, Niederösterreich, Burgenland.

Fotos: Lisa Rastl   © Wien Museum

 

„Designing Hygiea“ (Benjamin Ward Richardson, 1876). Architektur, Städtebau und die „gesunde“ Stadt im Zentraleuropa des 19. Jahrhunderts
09/2020 –  (laufend)
Oliver SUKROW

„Designing Hygiea“ (Benjamin Ward Richardson, 1876). Architektur, Städtebau und die „gesunde“ Stadt im Zentraleuropa des 19. Jahrhunderts

Workshop, Wien, 1.-2.10.2020
Konzept: Dr. Richard Kurdiovsky (ÖAW), Dr. Oliver Sukrow (TUW)
Programm und Anmeldung: https://www.oeaw.ac.at/ihb/detail/event/designing-hygiea/

Im Zuge der Herausbildung Wiens als moderne Metropole in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts rückten kritische Fragen nach dem Stand der gesunden bzw. hygienischen Lebensverhältnisse der Bewohner/innen vermehrt ins Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit und von Fachkreisen. Beeinflusst durch und verbunden mit den Fortschritten in den Naturwissenschaften und in der Medizin, welche vor Ort mit der sog. „Wiener Medizinischen Schule“ einen wesentlichen Diskurstreiber besaßen, berührten sich gerade in Wien die Felder von Medizin, Architektur und Städtebau. Während bislang aus wissenschaftsgeschichtlicher Perspektive v.a. auf die Ausbildung und Entwicklung des medizinischen Expertenwissens nach den Josephinischen Reformen der Aufklärung geblickt wurde, blieben in diesen Studien die Bezüge zu Architektur und Städtebau zumeist unterbelichtet. Auf der anderen Seite thematisierten Untersuchungen zur Architekturgeschichte des 19. Jahrhunderts nur kaum oder sehr selten medizinische Fragen bzw. den Einfluss medizinischer Entwicklungen auf architektonische Gestaltungen.

Dabei ist festzustellen, dass das Problem des „gesunden“ bzw. „hygienischen“ Raums bereits früh mit städtebaulichen und architektonischen Überlegungen verknüpft wurde. So entwickelte ein Arzt, Carl Böhm, für die Hofoper eine beispielhafte Belüftungsanlage, deren Prinzip für viele öffentliche Gebäude der Ringstraße übernommen wurde, und Fragen von Gesundheit und Hygiene bestimmten die Bauordnung von 1868 wie den Regulierungsplan für Wien von 1893 von Eugen Faßbender. Während in Wien bereits seit dem 18. Jahrhundert die Form des temporären Aufenthalts in den Vororten und am Land in den Sommermonaten fest etabliert ist, werden durch das urbane Wachstum und das Ausgreifen der Stadt in die Peripherie im Zuge der Industrialisierung und des Bevölkerungswachstums neue Formen und Orte eines gesunden und gesund machenden Aufenthalts („Sommerfrische“) außerhalb der Stadt besetzt und ausgestaltet. Bestimmte Regionen wie der Semmering oder der Wienerwald werden durch bauliche Eingriffe als „Gesundheitslandschaften“ architektonisch gestaltet und medial konsumiert. Da diese Orte einerseits eine Bewegung nach außen markieren, andererseits eng mit der Stadt verwoben sind (z.B. durch die Nutzer/innen, die Architekten oder die Betreiber der Sanatorien in Purkersdorf oder in Pernitz [Sanatorium Wienerwald]), also wieder nach innen in die Wiener Diskussionen um Gesundheit und Hygiene zurück wirken, ist von einem wechselseitigen Verflechtungsverhältnis von urbanen Repräsentations- und Nutzungsformen in der Architektur und Hygienevorstellungen, die mit der Landschaft um Wien verbunden sind, auszugehen. Zusätzlich sind je nach konsumierender Gesellschaftsschicht unterschiedlich codierte Formen der Aneignung dieser Orte der Gesundheit in und um Wien zu berücksichtigen, die sich, je nach Zielpublikum, in unterschiedlichen Architekturmodi ausdrückten.

Zur Sprache kommen sollen neben konkreten baulichen Manifestationen von Hygienevorstellungen – wie etwa in Sanatorien, Spitalsbauten, Irrenanstalten, Bädern, etc. – auch räumliche und landschaftliche Kontexte, in denen sich in und um Wien eine Topografie der Gesundheit entwickeln konnte (Flussbäder in den Donauauen, Kursalons am Glacis, Spitalanlagen an den Hängen des Wienerwaldes etc.). Da diese spatialen Zusammenhänge heute vielfach überformt und nicht mehr wahrnehmbar sind, versteht sich der Workshop methodisch auch als Beitrag zu einer Archäologie von Gesundheits- und Hygienevorstellungen Wiens im 19. Jahrhundert. Der Workshop dient der inhaltlichen und methodischen Diskussion über den komplexen Zusammenhang von gebauter Umwelt und Hygienevorstellungen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Wien und Österreich stehen inhaltlich im Vordergrund, sollen aber durch internationale Perspektiven auf andere Städte kontextualisiert werden.

Download: IHB-Abstract-Designing-Hygiea-V01-09-2020-1
IHB-Programm-Designing-Hygiea-dt-V07-09-2020-A4hoch

PIONIERINNEN DER ARCHITEKTUR an der TH/TU Wien
8. März 2019 –  (laufend)
Dörte KUHLMANN; Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER

100 Jahre FRAUENstudium an der TU Wien — 1919–2019

Die Ausstellung widmet sich den ersten Pionierinnen, die an der Technischen Hochschule zwischen 1919 bis in die Nachkriegszeit Architektur studierten und zum Teil auch schon promovierten. Durch exemplarische Einblicke in einige Biografien versucht die Ausstellung, Lebens- und Karrierewege der frühen Architektinnen nachzuzeichnen.
Da sich unter ihnen viele Frauen jüdischer Herkunft befanden, bedeutete das Jahr 1938 für sie eine existenzbedrohende Zäsur. Viele wurden ins Exil getrieben. Während des Krieges stieg der Frauenanteil an der TH deutlich an und manche arbeiteten auch für die Kriegs- und Rüstungsindustrie. Nach dem Krieg leisten die Architektinnen einen wichtigen Beitrag zum Wiederaufbau und übernahmen Bauaufgaben, die Frauen bislang vorenthalten wurden.

Namen der Architektinnen:
Lucia Aichinger, Karola Bloch, Elizabeth Close, Dora Gad, Adelheid Gnaiger,
Gusti Hecht, Ilse Koci, Helene Koller-Buchwieser, Brigitte Kundl,
Edith Lassmann, Eva Frimmel-Mang, Ulrike Manhardt, Lionore Perin-Regnier,
Melita Rodeck, Dita Roque-Gourary, Helene Roth, Elise Sundt,
Slawa Walewa-Coen.

Es sprechen:
Anna Steiger
(Vizerektorin für Personal und Gender)
Rudolf Scheuvens
(Dekan der Fakultät für Architektur und Raumplanung)
Dörte Kuhlmann und Sabine Plakolm-Forsthuber
(Kuratorinnen, Inst. 251)

Eröffnung:
8. März 2019, 10:30 Uhr
Kuppelsaal der TU Wien

Ausstellungsplakat

KünstlerInnen im Nationalsozialismus. Auslöschung. Gleichschaltung. Kontrolle.
2017 – 2019 (laufend)
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER; Ingrid HOLZSCHUH

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Die Eingliederung der KünstlerInnen in die Reichskammer der bildenden Künste (Wien) und die Folgen für das österreichische Kunstschaffen.

Ziel des vorliegenden Forschungsprojektes ist eine erste wissenschaftliche Bearbeitung der knapp 3000 Mitgliederakten, die aus der Reichskammer der bildenden Künste stammen und sich in diversen Archiven erhalten haben.

Der erste Teil des Projektes wird anhand der bis heute unbearbeiteten Quellen die Institutionen der „Wiener Reichskammer der bildenden Künste“ erstmals beleuchten und deren politische Rolle und Bedeutung im Kunstgeschehen der NS-Herrschaft untersuchen. Bis heute weisen die Biografien der Protagonisten der Behörde (u.a. Leopold Blauensteiner), die eine wesentliche Rolle im Kunstschaffen eingenommen haben, für diesen Zeitraum eine Lücke auf bzw. sind nicht dokumentiert.
Der zweite Teil des Projektes liegt in der wissenschaftlichen Aufarbeitung von Einzelbiografien von ausgewählten KünstlerInnen, an denen exemplarisch die Bedeutung dieser (Nicht)Mitgliedschaft für Beruf und Alltag aufgezeigt werden sollen. Ein Querschnitt durch die Berufssparten soll die gezielte „Gleichschaltung“ des NS-Regimes nachzeichnen und den Kontrollapparat der mörderischen Diktatur einmal mehr aufzeigen. Es geht um das Aufzeigen eines Systems, das sich in den Berufsalltag der Künstlerschaft infiltrierte und sich damit die „totale Kontrolle“ der Kunst aneignete

Das vorliegende Projekt ist als erste Grundlagenforschung für ein umfassenderes Projekt zu sehen, das in Folge von den Projektleiterinnen beim FWF eingereicht werden soll. Ziel der Forschung wäre die komplette Erfassung der Mitgliederakten und die Bereitstellung der umfangreichen biografischen Informationen in einer Datenbank sowie Erstellung einer ONLINE-Datenbank, die es ermöglicht, die Daten der Mitglieder online zu recherchieren und abzufragen. Damit würde die wohl wichtigste Quelle zur „Kunst im Dritten Reich“ in Österreich erschlossen und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Ein weiteres Ziel wäre auch in enger Kooperation mit WissenschaftlerInnen und Institutionen, die in den letzten Jahrzehnten zum Thema „Opfergeschichte“ des NS-Regimes geforscht haben, die Datenbank um die Personen der „emigrierten“ und „verfolgten“ KünstlerInnen zu erweitern. Mit dem Forschungsprojekt könnte die Rolle der österreichischen KünstlerInnen im Nationalsozialismus neu bewertet werden und die ONLINE-Datenbank würde der Öffentlichkeit eine einzigartige Quelle zugänglich machen.

Beginn 2017- 2019, Projekt befindet sich in Antragstellung

Die österreichisch-amerikanische Architektin Liane Zimbler (1892-1987)
06/2018 –  (laufend)
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER

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Ein Leben, zwei Karrieren: Die österreichisch-amerikanische Architektin Liane Zimbler (1892-1987).

Ziel des Projektes ist die Erstellung einer Biografie der am 31. Mai 1892 als Juliane Angela Fischer in Prerau (Mähren) geborenen jüdischen Architektin Liane Zimbler. Zimbler, die ab 1903 mit ihrer Familie in Wien lebte, erlangte hier ihre Ausbildung und war ab 1918 bis zu ihrer Emigration 1938 nach Los Angeles eine erfolgreiche Architektin, Ausstellungdesignerin, Vortragende und engagiertes Mitglied in zahlreichen frauenspezifischen Vereinigungen. Kurz vor ihrer Flucht erwarb sie die Befugnis zur Zivilingenieuerin, der ersten in Österreich.

Im Fokus meiner Forschungen stehen eine architekturhistorische Würdigung, die Erstellung eines Werkverzeichnisses sowie ihre Auftraggeber, mehrheitlich intellektuelle, jüdische Frauen. Angesichts der Wirtschaftskrise spezialisierte sich Zimbler auf Wohnungsadaptierungen, Modernisierungen, die Teilung von Großwohnungen sowie die Errichtung von Kleinst- und Ledigenwohnungen, häufig in Kooperation mit Künstlerinnen. Als Expertin verfasste sie zahlreiche Artikel über ihre Arbeit, hielt Vorträge und sprach regelmäßig im Radio. Zimbler engagierte sich in frauenspezifischen künstlerischen und beruflichen Netzwerken, die auch international strukturiert waren. Oft nahm sie leitende Funktionen ein. Sie war Mitglied der „Wiener Frauenkunst“, des „Verbandes der berufstätigen Frauen in Österreich“, des „Soroptimistclubs“ etc. Letztere halfen ihr in der Emigration, organisierten Meetings, stellten berufliche Kontakte her etc. Das zweite Netzwerk war die jüdische Community und die Emigranten in Los Angeles, wohin Sie mit ihrem Mann, dem Rechtsanwalt Otto Zimbler (1890-1940) und ihrer Tochter Eva 1938, emigrierte.

Hier versuchte Zimbler möglichst rasch wieder als Architektin zu arbeiten. Ihre erste Partnerin war die bereits 1941 verstorbene Interior Designerin Anita Toor, deren Atelier sie übernahm. 1943 wird Zimbler amerikanische Staatsbürgerin, seit 1946 war sie Mitglied im A.I.D. Die wichtigsten Arbeiten waren der Bau einer Villa für den österreichischen Komponisten Ernst Toch in Santa Monica 1941, der durch Fotos von Julius Shulman gut dokumentiert ist, Einrichtungen von Villen zeitgenössischer Architekten wie Carl Schwarz, Maurice H. Fleishman, C.B. Williams etc. sowie Adaptierungen und Modernsierungen von Wohnungen. 1987 stirbt Liane Zimbler in Los Angelos, ohne jemals wieder österreichischen Boden betreten zu haben.

Architekturführer Bratislava
Herbst 2017 – Herbst 2019 (laufend)
Oliver SUKROW; Ralf LIPTAU; Markus GESIERICH

In der slowakischen Hauptstadt Bratislava verdichten sich die Entwicklungen der europäischen Bau- und Kulturgeschichte wie unter einem Brennglas. Bis heute sichtbar hat sich die Historie in die Stadtgestalt und Architektur vor Ort eingeschrieben.

Der Architekturführer Bratislava führt durch die Stadt und ihre Entwicklung von der Hauptstadt des Königreichs Ungarn unter den Habsburgern im 17. Jahrhundert, über den Status als urbanes Zentrum in der Tschechoslowakei im 20. Jahrhundert bis hin zur neuen Rolle als Hauptstadt der unabhängigen Slowakei seit 1993 und als Teil der Europäischen Union seit 2004.
Die Publikation bietet damit erstmals einen systematischen Überblick über die Baukultur vor Ort mit Schwerpunkt auf der Zeit vom 19. Jahrhundert bis heute.

Ein Expert_innenteam von den Lehrstühlen für Kunst- und Architekturgeschichte der TU Bratislava und der TU Wien führen durch die gleichermaßen von Brüchen und Kontinutäten geprägte Architektur der jungen Hauptstadt, die sich bis heute dynamisch weiterentwickelt.

Der Architekturführer erscheint im schweizerischen Braun-Verlag in Kooperation mit dem slowakischen Verlag SlovArt. Geplant sind getrennte Ausgaben in slowakischer, deutscher und englischer Sprache. Auf diese Weise ist eine weite Verbreitung gewährleistet.

Auf 200 Seiten werden rund 160 Objekte vorgestellt, thematische Kurzessays vertiefen zentrale Aspekte der architekturhistorischen Entwicklung vor Ort. Entlang von sechs inhaltlich unterschiedlich fokussierten Stadtrundgängen werden Leser_innen durch die Baugeschichte der Stadt an der Donau geführt.

Der Band wird im Herbst 2019 erscheinen.

Projektpartner
Institute of History and Theory of Architecture and Monument Restoration
Slovak University of Technology, Bratislava
Jana Pohaničová | Katarína Ondrušová

Projektvorstellung deutsch

Project-presentation english