Das Septizonium des Septimius Severus: Rekonstruktion und Analyse nach Bauaufnahmen aus dem 16. Jahrhundert
Pavel Dan BUCUR
2025 SS - 2026 SS
Harald R. Stühlinger
Das sogenannte Septizonium (auch Septizodium) des Septimius Severus (Regierungszeit 193-211 AD) wurde zu Anfang des dritten Jahrhunderts als ein Prachtgebäude errichtet, dessen genau Funktion bis heute nicht bekannt ist. Vermutet wird, dass es als eine Art Schaufassade mit Wasserspielen diente, die aus dem Süden in Rom Ankommende begrüßen und beeindrucken sollte. Es wurde im Laufe des Mittelalters fortschreitend zerstört; der letzte aufrecht stehende Rest wurde um 1588 unter Papst Sixtus V. – angeblich wegen Baufälligkeit – abgerissen.
Während es mehrere, voneinander abweichende Darstellungen des Bauwerks (bzw. seines Restes) aus dem 15. und 16. Jahrhundert gibt, wurde es vermutlich nur einmal, um ca. 1550, im Rahmen einer größeren Vermessungskampagne erstmals (und letztmalig) vermessen. Diese Zeichnungen befinden sich heute in der Wiener Albertina und der Berliner Kunstbibliothek SMB-SPK.
In dieser wissenschaftlichen Arbeit liegt der Fokus auf der Analyse der Renaissance-Zeichnungen des Septizoniums sowie auf einer Rekonstruktion anhand der historischen Beschreibungen, Skizzen und Abbildungen. Speziell handelt es sich hierbei um die Septizonium-Zeichnungen aus dem Umkreis des sogenannten Anonymus Destailleur und seines vermeintlichen Kopisten in der Wiener Albertina (vor allem die Blätter Az Rom 147 und 148) und der Berliner Kunstbibliothek (Inv.-Nr. HdZ 4151 = sog. Codex Destailleur D, Blatt 3), durch deren hier erstmals unternommene genaue Untersuchung und Interpretation es möglich ist, das Verständnis dieses verlorenen antiken Bauwerks grundlegend zu erweitern und zu korrigieren.