Diplomarbeiten

Chromatische Erzählungen Über die Bedeutung und Symbolik der Farbe Rot im Werk von Lina Bo Bardi
Marina BABIC
2024 SS – 

Chromatische Erzählungen

Über die Bedeutung und Symbolik der Farbe Rot im Werk von Lina Bo Bardi

Lina Bo Bardi (1914-1992) ist eine moderne italienisch-brasilianische Architektin. In Italien eröffnete sie ihr erstes Architekturbüro und arbeitete mit prominenten Designern wie Gio Ponti zusammen, jedoch hauptsächlich als Architekturjournalistin und Illustratorin für Zeitschriften. Da das Nachkriegseuropa jedoch kein Ort für eine Frau war, die am Widerstand teilgenommen hatte, übersiedelte sie nach Brasilien, wo ihre architektonische Karriere begann und sie den Schritt von der Zeichnung zum gebauten Objekt vollzog.

Diese Masterarbeit untersucht die Bedeutung der Farbe Rot in den Architekturzeichnungen und gebauten Werken von Lina Bo Bardi. Im Fokus steht die bevorzugte Verwendung von Rot, wobei die symbolischen und funktionalen Implikationen dieser Farbe im Kontext ihrer umfassenderen Designphilosophie und des kulturellen Milieus ihrer Zeit beleuchtet werden sollen. Hierbei soll untersucht werden, inwiefern die Farbe Rot Mitte des 20. Jahrhunderts wahrgenommen und verwendet wurde. Dies ermöglicht einen Vergleich von Bo Bardis Verwendung der Farbe mit der ihrer Zeitgenossen. Dadurch werden sowohl die Gemeinsamkeiten als auch die einzigartigen Aspekte ihres Ansatzes hervorgehoben. Der Einfluss ihres italienischen Erbes, ihrer politischen Ansichten und künstlerischen Einflüsse könnte der Grund sein, warum Rot ein wiederkehrendes Motiv in ihrem Werk war.

Durch die Untersuchung spezifischer architektonischer Elemente, in denen Rot besonders hervorsticht sollen die tieferen Bedeutungen und Absichten hinter Bo Bardis Entscheidungen, entschlüsselt werden. Methodisch soll, eine Kombination aus Archivrecherche, visueller Analyse und theoretischer Untersuchung, die eine nuancierte Interpretation der Rolle von Rot in Bo Bardis Architektur sowie anderer von ihr verwendeter Farben bietet, zur Anwendung kommen.

Letztendlich stellt diese Arbeit die These auf, dass Lina Bo Bardis Verwendung von Rot nicht nur ästhetisch bedingt ist, sondern eine bewusste und facettenreiche Strategie darstellt, die ihren revolutionären Geist und ihr Engagement für die Schaffung inklusiver, dynamischer und bedeutungsvoller Räume verkörpert. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung von Farbe im architektonischen Ausdruck und heben Lina Bo Bardis anhaltenden Einfluss auf das Fachgebiet hervor.

Ich wollte nie jung sein. Was ich wirklich wollte, war eine Geschichte zu haben. Mit fünfundzwanzig Jahren wollte ich meine Memoiren schreiben, aber ich hatte kein Material dafür“, schreibt Lina Bo Bardi. Diese Masterarbeit zielt darauf ab, ihre Geschichte zu entdecken und ihre Werke um eine weitere Dimension zu bereichern.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER TU-Wien

Architektin Ilse Vana-Schiffmann und ihr Beitrag zum altengerechten Wohnen in Wien der Nachkriegsmoderne
Dominik VUKOJA
2023 WS – 

Abstract:

Architektin Ilse Vana-Schiffmann
und ihr Beitrag zum altengerechten Wohnen in Wien der Nachkriegsmoderne
von Dominik Vukoja

Ilse Vana-Schiffmann (1927-2005) ist eine der frühen Pionierinnen der Architektur in Wien, die ab den 60er-Jahren ein beeindruckendes Portfolio an Gebäuden schuf. Besonders der damals neu etablierten Bauaufgabe des altengerechten Wohnens begegnete Vana-Schiffmann mit originellen Ansätzen in Formensprache und Funktion.

Ein Ziel der Masterarbeit ist es, das Werk und die Position von Ilse Vana-Schiffmann im Kontext der österreichischen wie auch der europäischen Architekturszene der Nachkriegsmoderne zu betrachten. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf ihren vier „Pensionistenheimen“, die sie in Zusammenarbeit mit Otto Nobis für die Stadt Wien errichtete: das Haus Ottakring in der Thaliastraße und das Haus Döbling in der Pfarrwiesengasse, die nahezu im gleichen Zeitraum (zwischen 1967 und 1969) entstanden und in ihrer Bauweise sehr ähnlich sind. Dann das Haus Penzing in der Dreyhausenstraße, zwischen 1972 und 1974 erbaut, und zu guter Letzt das Haus Jedlersdorf in Floridsdorf aus dem Jahr 1983. Die Analyse ihrer Altenheime soll helfen, die Entwicklung des altengerechten Wohnens in der Nachkriegszeit besser zu verstehen, und darüber hinaus diese Bauaufgabe und die Entstehung eines neuen Bautypus in deren Relevanz für die Architekturgeschichte beleuchten.

Die historische Benachteiligung von Frauen in der Architekturbranche führte dazu, dass auch ihr vorhandener Beitrag oft übersehen wurde. In der Frage nach der Position und dem Einfluss von Frauen in der Architekturszene sowie der Untersuchung ihrer architektonischen Herangehensweisen gibt es noch zahlreiche Forschungslücken. Die Erforschung von Ilse Vana-Schiffmanns Werk und ihrer Rolle in der Nachkriegsmoderne soll daher nicht nur die Würdigung ihrer Leistungen ermöglichen, sondern auch zur Sichtbarkeit von Frauen in der Architekturgeschichte beitragen. Es soll herausgearbeitet werden, wie sie in einer Zeit gesellschaftlichen Wandels und sozialer Umbrüche zu ihren Aufträgen kam und welche Bauaufgaben ihr als Frau in der Architekturbranche zuteilwurden.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER Universität Wien

(Un)Sichtbare Frauen: Protagonistinnen der Architekturgeschichte seit 1900 im internationalen Kontext
Leonie JOCHUM
2024 SS – 

Abstract:

(Un)Sichtbare Frauen: Protagonistinnen der Architekturgeschichte seit 1900
im internationalen Kontext

Der Frauenanteil unter den Studierenden des Studienganges Architektur an der
Technischen Universität Wien liegt mittlerweile bei ca. 55% 1), unter den gelehrten
Inhalten des Studiums werden in den Vorlesungen zu Bau-, Architektur- und
Kunstgeschichte nach wie vor nur aber wenige Architektinnen erwähnt, kaum eine
Architektin wird näher behandelt.

Die Diplomarbeit “(Un)Sichtbare Frauen: Protagonistinnen der Architekturgeschichte
seit 1900 im internationalen Kontext” soll einen Beitrag leisten, diese Lücke zu füllen
und die bereits lange Präsenz von Frauen in der Architektur sichtbar zu machen.

Die Frage nach den Vertreterinnen in der Architekturgeschichte soll anhand
ausgewählter Persönlichkeiten und Projekte beantwortet werden.
Ein weit gesteckter zeitlicher und räumlicher Rahmen ermöglicht einen
breitgefächerten Überblick über die Werke von Frauen in der Architektur.

Die Betrachtung der Architektinnen und deren Bauwerke erfolgt in dieser
Diplomarbeit gegliedert anhand der wichtigsten Baustile und Architekturbewegungen
Europas und den USA seit 1900.
Die Biographien der Architektinnen sind skizzenhaft dargestellt, da die Namen vor
allem mit konkreten Projekten verknüpft werden sollen. Die Projekte werden daher
eingehender behandelt und auf die Architektursprache sowie besondere Qualitäten
analysiert.

Um die Architekturstile- und bewegungen kohärent abzubilden, werden Projekte aus
den Typologien Wohnbau und öffentliche Gebäude ausgewählt. Anhand dieser zwei
Typologien kann die Bauaufgabe (öffentliche Gebäude) und die zugrunde liegende
Entwicklung der Gesellschaft (Wohnbau) dargestellt werden.

Die Diplomarbeit stellt, wie erwähnt, nur einen Überblick dar, eine vollständige
Aufzählung aller Architektinnen ist in diesem Rahmen nicht möglich. Vielmehr dient
sie als Anstoß für eine tiefergehende Recherche

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER TU-Wien

Architektur und Kunstmuseum – Wenn ArchitektInnen zu AusstellungsdesignerInnen und KuratorInnen werden
Jasmin NASIF
2024 SS – 

Im Zentrum stehen die Themenfelder Architektur, Kuratieren, Ausstellungsgestaltung und Museum, insbesondere die Verbindung zwischen Architektur und Kunstausstellung. Die Diplomarbeit setzt mit der Schnittstelle zwischen dem Kuratieren und dem Ausstellungsdesign auseinander und beleuchtet insbesondere die Rolle von ArchitektInnen für Kunstmuseen.

Die Auseinandersetzung beginnt mit der historischen Entwicklung von Ausstellungen und verschiedenen Kunstmuseumsstilen und untersucht, wie Architektur und Ausstellungsmöglichkeiten miteinander in Beziehung stehen. Eine genaue Definition des Kuratierens soll gefunden werden, wobei auch auf die Schnittstelle zwischen Ausstellungsdesign und Kuratieren eingegangen wird und die Rolle von ArchitektInnen näher beleuchtet wird. Die Fragestellung setzt sich damit auseinander, inwiefern Ausstellungsdesign und Kuratieren unterschiedliche Tätigkeiten sind und ArchitektInnen und KuratorInnen voneinander lernen können.

Das Fallbeispiel „Stedelijk Base“ betrachtet die Neugestaltung der Sammlung des Stedelijk Museums Amsterdam durch OMA/AMO, bei der die ArchitektInnen die KuratorInnenrolle übernahmen. Des Weiteren werden Fallbeispiele aus Wien zum Vergleich herangezogen, um Unterschiede zwischen ArchitektInnen, AusstellungsdesignerInnen und KuratorInnen zu illustrieren. Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung zentraler Erkenntnisse und der Diskussion potenzieller Auswirkungen auf Architektur und Museen. Das Ziel ist es zu klären, was ArchitektInnen von KuratorInnen lernen können, um die Bereiche Architektur, Kunst und Kuratieren sowie Ausstellungsdesign zu verbinden und so die Gestaltung von Museen zu verbessern.

Die Methodik umfasst eine umfassende Literatur und Projektrecherche zu Kunstmuseen, Ausstellungsdesign und Kuratieren. Interviews mit KuratorInnen und ArchitektInnen sollen zusätzliche Einblicke bieten und die Forschungsarbeit ergänzen. Durch diese Kombination soll eine ganzheitliche Herangehensweise erreicht werden und verschiedene Perspektiven mit einbezogen werden.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER TU-Wien

Ignaz Nathan Reiser – Form und Material der jüdischen Zeremonienhalle am Wiener Zentralfriedhof – Eine Analyse
Isabella KLARA PETRICEK
2023 WS – 

Abstract
Ignaz Nathan Reiser – Form und Material der jüdischen
Zeremonienhalle am Wiener Zentralfriedhof – Eine Analyse (Arbeitstitel)

Der Name „Ignaz Nathan Reiser“ ist bedauernswerterweise aus dem allgemeinen Gedächtnis der Wiener*innen verschwunden. Der jüdische Architekt, welcher von 1863 – 1940 lebte, entwarf sowohl profane als auch sakrale Architektur in Wien und Umgebung. Sein größter Auftraggeber war hierbei die Israelitische Kultusgemeinde. Besonders durch die Verwendung moderner Materialien – wie beispielsweise Spritz- und Stahlbeton – ist eine nähere Erforschung seiner Bauten von großem Interesse.

Eines der bedeutendsten Werke dieses Architekten stellt die jüdische Zeremonienhalle am Tor IV des Wiener Zentralfriedhofs dar. Der 1926 – 1928 erbaute Komplex gestaltet sich hierbei nicht nur durch die Halle selbst, sondern durch einen mittels Arkaden begrenztes Areal, das mehrere funktionelle Baukörper beinhaltet. Im Novemberpogrom 1938 wurde die Zeremonienhalle verwüstet und in den letzten Kriegsjahren ihre Bausubstanz schwer beschädigt. Erst im Jahr 1967 konnte sie durch
eine Renovierung wieder hergestellt werden.

Ziel dieser Masterarbeit ist es, Ignaz Nathan Reisers Zeremonienhalle kunsthistorisch aufzuarbeiten und folglich auch den Bautypus an sich zu analysieren. Hierbei steht zu Beginn der Architekt und seine Tätigkeit für die Israelitische Kultusgemeinde im Vordergrund. Da bei der Kuppel des Gebäudes erstmals in Österreich das Torkret-Spritzverfahren bei der Kuppel des Gebäudes verwendet wurde, ist eine genaue Begutachtung dieses Baumaterials ebenfalls von Bedeutung.

Um eine korrekte Analyse schaffen zu können muss ebenfalls die Umgebung des Baus in den Blick genommen werden. Die Geschichte des Wiener Zentralfriedhofs mit einem besonderen Fokus auf die jüdischen Teile geben historischen Einblick in die Wiener Gesellschaft und liefern so Aufschluss über die stilistischen Gepflogenheiten mehrerer Jahrzehnte. Hierbei werden unter anderem die zwei Vorgängerbauten der Leichenhalle eine Rolle spielen, welche Aufschluss über die vorhergehende Baupraxis auf diesem Areal geben.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER Universität Wien

Der Raum im Lern-Cluster
Gisela EDER
2023 SS

Der Raum im Lern-Cluster

Die Entgrenzung der Lernumgebung

Gegenwärtig vollzieht sich im globalen Schul-Diskurs in unterschiedlichem Tempo und basierend auf mehr oder weniger weit fortgeschrittenen neuen Bildungskonzepten ein pädagogischer Paradigmenwechsel. Individuelle Förderung und Inklusion, aktivierende Lern- und Lehrformen, Rhythmisierung des Unterrichts und Ganztagsschule markieren den Wandel. Von der separierenden zur inklusiven Schule und von der geschlossenen zur offenen Lernumgebung. Die traditionelle, belehrende Schule wird weitgehend zur ganzheitlich lernenden Bildungseinrichtung, in der die bloße Reproduktion, die Spiegelung von Vorhandenem durch aktive Konstruktion und Teilhabe des Lernenden verdrängt wird. Der Schlüsselbegriff für die Gestaltung zukünftiger Schulen kann demnach simplifiziert als “Können” statt “Wissen” definiert werden, mit der Fähigkeit des aktiven Erwerbs und Umgangs mit Wissen: eigenständige Beschaffung von Informationen, zielgerichtete und angemessene Verwendung von Informationen für Problemlösungen sowie selbstständige, kritische Arbeitsprozesse und -ergebnisse.

Mit der Entwicklung der Schule zum Lern- und Lebensort erweitert sich die tägliche Leistungsfähigkeit einer Bildungseinrichtung und erfordert somit auch räumlich adaptierte (Gestaltungs-) Konzepte. Die bisherige Betrachtungsweise eines monofunktionalen Zweckgebäudes „Ein Raum eine Funktion” ist demnach nicht zeitgemäß und widerspricht den Anforderungen inklusiver und vielfältiger Lernformen, deren Praxis in Zukunft unumgänglich sein wird. Das Wechselspiel von individuellem und gemeinschaftlichem Lernen erfordert unterschiedliche Lernsituationen und vielfältige flexible Raumformationen, die zu einer Entgrenzung des Raumes führen. Das klassische Klassenzimmer kann demnach der Notwendigkeit eines wandelbaren Aktions- und Inklusionsraums nicht mehr nachkommen.

In der folgenden Arbeit soll in Anbetracht der Entwicklung neuer Lern- und Lehrformen, sowohl im nationalen als auch internationalen Kontext, der Raum im Lerncluster untersucht werden. Welche Bedeutung und Wichtigkeit wird den Unterrichts- bzw. Inputräumen, Differenzierungs- und Rückzugsbereichen und Aufenthaltsflächen zugesprochen, um schlussendlich für mehrere Klassen oder Lerngruppen sowie differenzierte pädagogische Ansätze teilautonome Einheiten darstellen zu können, die die Individualisierung und Heterogenität in der Gruppe fördern. Dabei gilt es kritisch zu hinterfragen, ob mit den derzeit neuen räumlichen Lösungen eines Cluster mit gemeinsamer Mitte eine neue Innovation angestoßen wird oder weiterhin versucht wird, mit noch möglichst nahe am bisherigen, zumindest in mitteleuropäischen Kreisen verbreiteten Klassenraum-Flur-Modell ausgerichteten Strukturen, an erprobten Konzepten festzuhalten. Welche Bedeutung und Relevanz haben die bereits in den späten 1960er und 1970er Jahren international umgesetzten, radikalen Ansätze eines komplett offenen Raumkonzeptes und welche Rolle spielt das im lokalen Kontext durch die Stadt Wien initiierte Campus (Plus) Modell, in Fragen der individuellen und inklusiven Schule von morgen?

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER TU-Wien

Zum Umgang mit baulichen Relikten aus der Zeit des Nationalsozialismus
Samantha SLIS
2023 WS

Die Kongresshalle am Reichsparteitagsgelände in Nürnberg

Kurzfassung

Diese Diplomarbeit beschäftigt sich mit der Kongresshalle in Nürnberg, der größte noch erhaltene bauliche Überrest aus der Zeit des Nationalsozialismus. Dieser Bau befindet sich auf dem wichtigsten Schauplatz der nationalsozialistischen Propagandaveranstaltungen, dem weitläufigen Areal des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes. Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie ab Kriegsende bis heute mit diesem Bau umgegangen wurde. Dabei wird insbesondere die Komplexität untersucht, was mit diesem und anderen historisch so schwer belasteten Bauwerken passieren kann und darf.

Im ersten Teil der Arbeit steht die nationalsozialistische Architektur im Fokus. Hierbei wird auf deren propagandistische Bedeutung, Eigenschaften und Zwecke eingegangen. Anschließend wird im Zuge dessen die Rolle des Reichsparteitagsgeländes und die Kongresshalle untersucht. Darauffolgend wird der Umgang mit diesem Bau nach der NS-Zeit beleuchtet. In einer vergleichenden Analyse mit anderen nationalsozialistischen Bauten mit Beispielen aus Berlin, München und Wien werden die unterschiedlichen Herangehensweisen betreffend den Umgang und deren Nutzungen herausgearbeitet. Die Arbeit schließt mit Erörterungen über die Herausforderungen der aktuellen und zukünftigen Methoden zum Umgang und zur Aufarbeitung der nationalsozialistischen Architektur ab.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER

Die Vereinigung Wiener Kunst im Hause
Jelisaveta GORDIĆ
2023 SS

Die Vereinigung Wiener Kunst im Hause

Im Anschluss an ihre Ausbildung an der k. k. Kunstgewerbeschule schloss sich ein kleiner Kreis von Moser- und Hoffmann-Schüler*innen im Jahr 1901 zur Vereinigung Wiener Kunst im Hause zusammen, welche „[…] die Pflege eines gediegenen modernen Einrichtungsstyls mit specifisch [sic!] wienerischer Note zum Ziele […]“ hatte (Abels 1902, S. 97). Folgende zehn Gründungsmitglieder können nachgewiesen werden: Gisela Falke von Lilienstein, Emil Holzinger, Franz Messner, Marietta Peyfuss, Wilhelm Schmidt, Jutta Sika, Karl Sumetsberger, Therese Trethan, Else Unger-Holzinger sowie Hans Vollmer. Gemeinsam – mit im Laufe der Zeit nachfolgenden Mitgliedern – konnten sie ein ungemein schöpferisches, produktives sowie jahrzehntelanges Bestehen darlegen. Im Schatten der kurze Zeit später von ihren Professoren gegründeten Wiener Werkstätte, genoss die Vereinigung in der wissenschaftlichen und musealen Auseinandersetzung vergleichsweise weniger Beachtung. Diesen Umstand entgegenzuwirken und vorhandene Lücken zu füllen, soll in erster Linie das Bestreben und die Aufgabe dieser Abschlussarbeit sein. Ziel ist es, die eigenständige Leistung der Gruppe hervorzuheben.

Die Arbeit basiert daher primär auf den Forschungsfragen: Wie lässt sich der kreative Schaffensdrang der jungen Absolvent*innen der k. k. Kunstgewerbeschule hinsichtlich ihres Zusammenschlusses zur Vereinigung der Wiener Kunst im Hause kennzeichnen? Welche Beweggründe motivierten den Nachwuchs gemeinsam die ersten Schritte der beruflichen Laufbahn zu gehen und eine Vereinigung zu gründen? In welcher Hinsicht ist eine Gegenüberstellung zur WW gerechtfertigt? Wo lassen sich Gemeinsamkeiten und Unterscheidungen zur Unternehmensgründung der Professoren festhalten? Dabei soll der Versuch unternommen werden Fragen zum Anliegen, Organisationsstruktur, Entwurfs- und Produktionsprozess, Kundenkreis und zeitgenössischen Resonanz nachzugehen.

Methodisch stützt sich die Abschlussarbeit insbesondere auf das Heranziehen historischer Quellen, welche Einblicke in Schulakten, -berichte, -zeugnisse, Vereins- und Firmengründungen, Nachlässe sowie Lebensläufe bieten. Der Mangel an erhaltenen und zugeschriebenen Werken erschwert das Vorhaben einer detaillierten Werkbeschreibung, allerdings fehlt es nicht an fotografischen und schriftlich festgehaltenen Zeugnissen, welche von zeitgenössischen Kritiker*innen auffallend positiv behandelt wurden. Beispielsweise im Wiener Monatsheft für angewandte Kunst Das Interieur, das sich als ein wichtiges Medium zur Vorstellung der Vereins sowie zur Verbreitung der nachfolgenden Tätigkeiten erwies. Gemeinsam mit einer Vielzahl von Zeitschriften bietet Das Interieur eine ergiebige Ergänzung zu den erhaltenen Katalogen, Einladungen und Plakaten, die ebenso für diese Arbeit herangezogen werden. Es gilt also im Zuge dieser Abschlussarbeit eine Bandbreite an Quellen aufzuarbeiten, die das mannigfache Schaffen der Gruppe festhalten.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER Uni Wien

Der Akt als emanzipatorisches Darstellungsmotiv von Künstlerinnen in Wien um 1900 – Körper- und Geschlechterkonstruktionen
Elsa HARTMANN
2023 SS

Der Akt als emanzipatorisches Darstellungsmotiv von Künstlerinnen in Wien um 1900 – Körper- und Geschlechterkonstruktionen

In Wien um 1900 entstehen erstmals vermehrt, von Künstlerinnen gefertigte Aktdarstellungen, ein Motiv, das bis dahin fast ausschließlich von Männern thematisiert wurde. Lange wählten Frauen vor allem Themen wie Naturlandschaften, Portraits und Stillleben, welche als „weiblich“ erachtet und gesellschaftlich akzeptiert wurden. Die Ausbildungsmöglichkeiten waren nicht dieselben für Frauen wie für Männer. So waren Frauen zum Beispiel bis in die 1920er Jahre nicht zum Aktunterricht an der Akademie zugelassen. Trotz aller Widerstände ließen sich Künstlerinnen wie beispielsweise Teresa Feodorowna Ries, Ilse Twardowski-Conrat, Elena Luksch-Makowsky, Broncia Koller-Pinell, Elza Kövesházi-Kalmár und Helene Funke dennoch nicht davon abhalten Akte darzustellen. Sie malten im Privaten oder wichen auf Studien im Ausland aus. Die Akte der österreichischen Künstlerinnen wurden vereinzelt sogar in wichtigen Ausstellungshäusern wie der Secession, dem Künstlerhaus und dem Hagenbund ausgestellt, und manche wurden in weiterer Folge von männlichen Kollegen rezipiert.

In dieser Arbeit sollen die Aktdarstellungen der genannten Künstlerinnen in Hinblick auf die weibliche Sicht des Nackten und die Darstellung des eigenen Geschlechts zur damaligen Zeit untersucht werden, und es soll erforscht werden, inwieweit diese damit eine Gegenposition zu den Akten der männlichen Künstlerkollegen und den bis dahin gängigen Wahrnehmungs-mustern des weiblichen Körpers darstellen.

Um dieser zentralen Forschungsfrage nachzugehen, soll in einem ersten Schritt auf das sozialhistorische Umfeld der Künstlerinnen in Wien um 1900 eingegangen werden. Die Einbettung in den sozialhistorischen Kontext dient als Einleitung und Verortung der jeweiligen Werke und soll auf die geschlechtsspezifische Ausgangslage der Künstlerinnen im Vergleich zu jener der männlichen Kollegen aufmerksam machen. Ausgehend davon sollen ausgesuchte Werke der Künstlerinnen mittels einer klassischen Werkanalyse analysiert und in weiterer Folge hinsichtlich Körper- und Geschlechterkonstruktionen kritisch ausgewertet werden, sowie auf ihre Resonanz und Rezeption in ihrer Zeit untersucht werden.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER Universität Wien

Identität und Rollenkonstruktion im Werk von Birgit Jürgenssen, Cindy Sherman und Francesca Woodman
Cäcilia STEINKELLNER
2023 SS

Birgit Jürgenssen, Hausfrau, 1974, Sammlung VERBUND, Wien[mehr]

Die Masterarbeit soll sich mit der Thematik der Identität und Rollenkonstruktion im Werk der Künstlerinnen Birgit Jürgenssen (1949-2003), Cindy Sherman (geb. 1954) und Francesca Woodman (1958-1981) beschäftigen und diese in einen umfassenden Kontext stellen.

Die Thematik der Identität und der Rollenkonstruktion hat bereits eine lange Tradition beispielsweise in Selbstporträts der Alten Meister oder Auftragsporträts für HerrscherInnen. Das Porträt macht innerhalb einer „Standes-Öffentlichkeit“ die Zuordenbarkeit bestimmter Personen zu sozialen Gruppen möglich und produziert und festigt somit diese Gruppen.

Die Thematisierung von Identität, Rollenspiel und Sexualität erlangt durch Künstlerinnen der 1960er und 1970er Jahre im Zuge der Frauenbewegung einen immer wichtigeren Stellenwert in der Kunst. Es geht hierbei um den Aufbruch von Künstlerinnen, die dem Blick einer männerdominierten Kunstwelt ein selbstbestimmtes „Bild der Frau“ entgegensetzen. Birgit Jürgenssen, Cindy Sherman und Francesca Woodman sehen ihr Schaffen jedoch nicht explizit in einem rein feministischen Kontext, vielmehr erweitern sie mit ihren Positionen das Feld fotografischer Selbstdarstellungen und weiblicher Identität.

Die Künstlerinnen nutzen unterschiedliche Medien in ihrem Werk, wobei die Fotografie im Vordergrund steht. Durch das Medium der Fotografie entsteht ein Spiel mit der Identität und ein Versuch der Dekonstruktion, beispielsweise durch die „Inszenierte Fotografie“, gegen Ende der 1970er Jahre. Hierbei steht nicht die Bespiegelung des „Selbst“ im Vordergrund, sondern die Reflexion eines Genres. Es geht um das Paradox eines Abbildes ohne Selbstbild und Selbstdarstellung.

Folgende Fragestellungen sollen in der Arbeit unter anderem behandelt werden: Wie kann Identität definiert werden? Wie inszenieren die Künstlerinnen ihren eigenen Körper? Wie ordnen sie ihre eigene Identität in ihren Werken ein oder versuchen diese zu verbergen? Auch der Aspekt der Neuen Medien (Instagram, Facebook usw.) und die Inszenierung auf diversen Plattformen in unserem Alltag soll hier im weiteren Sinne thematisiert und hinterfragt werden und die Identität und Rollenkonstruktion in einen größeren Kontext gestellt werden.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER Uni Wien

Wiener Hotelbauten im Kontext der Weltausstellung 1873
Sarah DEUBELLI
2023 SS

Exposé

Eine Analyse der architektonischen und städtebaulichen Aspekte anhand exemplarischer Bauten für die Hotellerie.

Im Hinblick auf den bevorstehenden Besucheransturm während der Weltausstellung im Jahr 1873, erkannte Wien die Notwendigkeit, ihre Kapazitäten für die Unterbringung von Gästen zu erweitern. Im Vergleich zu anderen europäischen Großstädten war die Stadt zu dieser Zeit nur begrenzt mit großen Hotels oder Gasthöfen ausgestattet. Zahlreiche neue Hotels wurden errichtet und existierende Unterkünfte erweitert, modernisiert und angepasst, um den erwartenden Antrag während der Weltausstellung bewältigen zu können. Als Resultat wurden beeindruckende Bauten geschaffen, die bis heute das Stadtbild Wiens prägen und ein bedeutender Bestandteil des Erbes der Weltausstellung darstellen.

Vor diesem Hintergrund konzentriert sich diese Arbeit auf den Fußabdruck der Weltausstellung von 1873 im Stadtbild Wiens und untersucht insbesondere die architektonischen, infrastrukturellen Maßnahmen anhand der Hotels.

Arbeitsthese: Die Architektur jener Zeit ergänzt den architektonischen Reichtum Wiens und transportiert das Flair der Kaiserzeit in die Gegenwart. Ein interessanter Aspekt hierbei ist die Frage, inwiefern sich die Architektur der Weltausstellung in der Gestaltung der Hotels widerspiegelte? Gab es bestimmte Architekturmerkmale, die sich in den Hotelbauten wiederfanden?

Auch die städtebaulichen Merkmale der für die Weltausstellung erbauten Hotels sind von großem Interesse: Wie haben diese den Wiener Städtebau beeinflusst und welche Auswirkungen hatten sie auf die weitere Stadtentwicklung?

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Auswirkung der architektonischen Stilrichtungen und Innovationen der Ringstraßenära auf die Gestaltung und Entwicklung der Wiener Hotels während der Weltausstellung. Welche Architektursprachen waren in dieser Zeit prägend und wie wurden sie in den Hotelbauten umgesetzt?

Diese Fragen bilden den Kern meiner Arbeit und sollen anhand von exemplarischen Beispielen, alten Plänen, Kartenmaterial, Ansichten und schriftlichen Aufzeichnungen untersucht werden. Ziel ist es, ein umfassendes Bild der Entwicklungen im Bereich der Hotelinfrastruktur in Wien während der Weltausstellung zu zeichnen und dabei auch die Auswirkungen auf den Wiener Städtebau zu beleuchten, um abschließend die Frage beantworten zu können: Wie lässt sich das Erbe der Weltausstellung im Wiener Städtebau anhand der architektonischen Merkmale und Entwicklungen der damals errichteten Hotels und Prachtbauten ablesen und wie hat die Struktur der Hotels seit ihrer Errichtung bis heute die städtebauliche Entwicklung beeinflusst?

Literaturverweise

Eggert 1976

Klaus Eggert: Der Wohnbau der Wiener Ringstraße im Historismus. 1855 – 1896, Wiesbaden 1976.

Pemsel 1989:

Jutta Pemsel: Die Wiener Weltausstellung von 1873. Das gründerzeitliche Wien am Wendepunkt, Wien/Köln/Böhlau, 1989.

Posch 2014

Wilfried Posch: Weltausstellung und Stadtentwicklung. Die Folgen Für Wien, in: Wolfgang Kos [Hg.], Experiment Metropole. 1873: Wien und die Weltausstellung, Wien 2014.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER TU-Wien

Landesgalerie Burgenland – Ein Experiment, das das Morgen ankündigt
Margit FRÖHLICH
2023 SS

Landesgalerie Burgenland – Ein Experiment, das das Morgen ankündigt
Der Ausstellungsbetrieb von den Anfängen 1972 bis heute

Die Kunst der 70er Jahre bedeutete Aufbruch! In diesem Klima entstanden
sehr viele Kulturinitiativen, wie etwa die Gründung des
Bildhauersymposions St. Margarethen, der Werkstatt Breitenbrunn, der
Rabnitztaler Malerwochen, der Kunstkommune Friedrichshof und des
Künstlerdorfes Neumarkt an der Raab. Auch der Ruf nach einem eigenen
Ausstellungshaus für die Kunst in Form einer Galerie in der
Landeshauptstadt wurde immer lauter und 1972 konnte die Burgenländische
Landesgalerie, mit dem ambitionierten Ziel „ein Experiment zu sein, das
das Morgen ankündigt“, im Schloss Esterházy eröffnet werden. Zum ersten
Leiter der Landesgalerie wurde der aus Neumarkt stammende Künstler Feri
Zotter bestellt, der sich schon in den Jahren zuvor um die Gründung des
Künstlerdorfes Neumarkt verdient gemacht hat. Am 26. Mai 1972 wurden die
von Architekten Matthias Szauer als Galerie umgestalteten Räumlichkeiten
im Schloss Esterházy mit einer Ausstellung von Bildern von Anton Lehmden
als Landesgalerie eröffnet.
Die geplante Arbeit soll vor allem die Anfänge um das Bemühen einer
Etablierung eines Hauses für die Kunst beleuchten, aber auch die
gesamten 50 Jahre des Ausstellungsbetriebs näher analysieren.
Thematisiert sollen anfangs auch die zahlreichen Bemühungen um einen
Ausstellungsbetrieb ab der Mitte der zwanziger Jahre in Eisenstadt
werden. Aufbauend auf einem allgemeinen Teil, in welchem einerseits die
historischen Rahmenbedingungen und andererseits die biografischen
Informationen über die Hauptakteure dargestellt werden, soll die
Ausstellungsprogrammierung beleuchtet werden und auch etwa auch
hinterfragt werden, inwieweit das Ausstellungsprogramm die
Ankaufspolitik des Landes beeinflusst hat. „Ich hatte die erste
Ausstellung in der Landesgalerie Eisenstadt. Gekauft haben sie trotzdem
nichts“, sagte etwa Anton Lehmen und spricht damit ein Thema an, das
zwar selten so direkt ausgesprochen wurde. Gegenstand der Untersuchung
soll auch die Rezeption sein: Wie spiegeln sich die Ausstellungen in der
medialen Berichterstattung wider? Eingegangen soll auch auf Fragen der
Geschlechterausgewogenheit im Ausstellungsbetrieb werden. Ein
Gesamtüberblick und eine Aufstellung aller Ausstellungen in den
vergangenen 50 Jahren, der aus der Aktenrecherche zu bewerkstelligen
sein müsste und derzeit nicht vorhanden ist, ist ebenfalls ein
Hauptanliegen in dem Forschungsvorhaben. Interviews mit
Kulturschaffenden, politisch Verantwortlichen und MitarbeiterInnen der
Kulturabteilung von einst und jetzt sollen das Bild abrunden und die
Recherche ergänzen.

Bildunterschrift: Landeshauptmann Theodor Kery (li.) und Anton Lehmden
(re.) bei der Eröffnungsausstellung am 26. Mai 1972 im Schloss Esterházy.

Bildnachweis: Burgenländisches Landesarchiv, BF-Fotosammlung

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER Uni Wien

Schloss Ernegg – Die Geschichte eines niederösterreichischen Schlosses
Kay TÖLLER
2023 SS

Exposé zur Diplomarbeit

Schloss Ernegg
Die Geschichte eines niederösterreichischen Schlosses

Problemstellung
Das Schloss Ernegg befindet sich südlich der Donau im niederösterreichischen Bezirk Scheibbs und ist seit 1656 im Besitz der Familie Auersperg. Obwohl sich in dieser Umgebung eine hohe Anzahl an Burgen und Schlössern befindet, welche teils sehr gut dokumentiert und auch historisch eng verflochten sind, ist über das Schloss Ernegg nur sehr wenig bekannt. Informationen im Internet sind nur sehr lückenhaft beschrieben und auch die Quellenangaben dazu sehr mangelhaft oder nicht vorhanden.

Erkenntnisinteresse
Die Arbeit soll sich mit der Geschichte des Schlosses befassen und wie die Umgestaltungen des Bauwerks in Zusammenhang mit den lokalen, historischen Ereignissen stehen. Auch die Anordnung mehrerer Räumlichkeiten innerhalb des Schlosses sowie zahlreiche Niveauunterschiede auch in geringem Ausmaß werfen Fragen über die Entstehung der unterschiedlichen Gebäudeteile auf.

Methodik
Literatur zu den verschiedenen Adelsfamilien, vor allem jene zur Familie Auersperg, sind essentieller Bestandteil zur Aufarbeitung der Vorkommnisse im betroffenen Gebiet und dienen zur genaueren Informationsbeschaffung über die Besitzwechsel des Schlosses. Dazu ist auch die Aushebung diverser Schriftunterlagen in den verschiedenen Archiven unerlässlich. Weiters soll
durch die Ausmessung des Bauwerks ein aktueller Planstand generiert werden, welcher Aufschluss über Veränderungen im Laufe der Geschichte geben soll.
Institute for Art History, Building Research and Monument Preservation
Student: Kay Töller | Supervision: Ao.Univ.Prof.in Dr.in phil. Sabine Plakolm

Forschungsstand
Diverse Unterlagen wie beispielsweise die Beschreibung im Dehio über das Schloss Ernegg erläutern das Bauwerk zu einem bestimmten Zeitpunkt. Auch Kupferstiche aus früheren Jahrhunderten zeigen das damalige Erscheinungsbild des Schlosses aus verschiedenen Perspektiven.

Gliederungsentwurf
Nach einer kurzen Einführung in das Bauwerk selbst soll die Geschichte der Familie Auersperg fürein besseres Verständnis des Themas sorgen. Damit verbunden wird auch die Geschichte der Vorbesitzer eine wichtige Rolle spielen. Der Hauptteil der Arbeit soll aus einer chronologischen Übersicht über lokalhistorische Geschehnisse sowie damit verbundene Umgestaltungen des Schlosses bestehen. Da wie erwähnt, wenige Informationen auffindbar sind, werden auch Hypothesen, vor allem auch in Bezug auf andere im Bezirk Scheibbs liegenden Schlösser und Burgen Bestandteil der Arbeit sein. Dazu wird auch ein komplett neuer Planstand für die Ausarbeitung des Hauptteils als Unterstützung dienen.

Literaturverzeichnis
– Preinfalk Miha, Auersperg Geschichte einer europäischen Familie, Stocker Verlag, 2006
– Dehio-Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs: Niederösterreich südlich der Donau.
Teil 2. M bis Z, Verlag Berger, Horn/Wien, 2003

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER TU-Wien

Die Kirchenbauten von Charlotte und Karl Pfeiler im Kontext der österreichischen Sakralarchitektur nach dem Zweiten Weltkrieg.
Ilse SCHALEK
2023 WS

Exposé

Die Kirchenbauten von Charlotte und Karl Pfeiler im Kontext der österreichischen Sakralarchitektur nach dem Zweiten Weltkrieg.

Das Architektenehepaar Charlotte und Karl Pfeiler, das 1954 ihr gemeinsames Architekturbüro in Innsbruck gegründet hatte, plante von 1955-1968 fünf Kirchen. Ein Zeitraum, der geprägt war von einem bislang nie dagewesenen Neubauboom, neuen architektonischen Strömungen und der Öffnung der Staatskirchen, die den Forderungen der Gläubigen nach Partizipation am liturgischen Geschehen gerecht werden wollten.

Die ersten beiden Kirchen, die katholische Kirche Mariä Unbefleckte Empfängnis in Wattens (1955-1958) und die evangelische Dreieinigkeitskirche in Reutte (1956-1958), sind Kirchenbauten, die einem traditionellen Entwurf eines gerichteten Kirchenraumes, der sogenannten Wegkirchen entsprechen.

Die evangelische Christuskirche in Stoob (1962) und die evangelische Auferstehungskirche in Innsbruck (1962-1964) sind Zeltkirchen, die sich explizit auf den Mythos „des wandernden Kirchenvolkes“ beziehen. Dem Phänomen der Zeltbauten in der Sakralarchitektur wird sich die Arbeit im Besonderen widmen.

Die evangelische Friedenskirche in Bad Tatzmannsdorf, 1968 eingeweiht, ist der letzte Sakralbau des Architektenehepaars. Diese Kirche besticht durch Einbeziehung der Natur in den Innenraum mit gleichzeitiger Umsetzung der neuen liturgischen Forderungen.

Der Schwerpunkt der Masterarbeit soll auf der Analyse der sehr differenzierten Architektur der Kirchenbauten liegen. Um den Einfluss der Architekturströmungen auf die dargestellten Kirchenbauten aufzuzeigen werden internationale Architekturströmungen und österreichische Tendenzen dargestellt werden. Des Weiteren werden die jeweiligen Rahmenbedingungen für den Kirchenneubau, wie Finanzierung, Kunstauffassung der Bauherren und gewollte oder ungewollte Umsetzung der neuen liturgischen Forderungen diskutiert werden. Von besonderem Interesse ist die Frage, wie die Kirchenneubauten von den Pfarrgemeinden angenommen wurden und wie sie sich heutzutage, nach einem halben Jahrhundert, präsentieren.

Da es weder einen Nachlass zu Charlotte und Karl Pfeiler und kaum Literatur zu deren Kirchenbauten gibt, wird die Recherche vorwiegend in den Archiven der jeweiligen Pfarren und im Archiv von Arch. Karl Pfeiler jun. stattfinden.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER Uni Wien

Kindergärten in den Wohnbauten des Roten Wiens
Fatoumata KOUROUMA
2022 WS

Abstract

Die geplante Arbeit beschäftigt sich mit den im Zuge des Wohnbauprogrammes der Stadt Wien errichteten Kindergärten in der Zeit des „Roten Wien“ 1919-1934. Am Beispiel der Kindergärten soll nachgezeichnet werden, wie Architektur (gesellschafts)politische Ideologie abbildete und dadurch neu definierte.

Nach Ende des ersten Weltkriegs nutzte die neugewählte sozialdemokratische Stadtregierung die Gelegenheit sich dem dringlichen Problem der Wohnungsnot zu stellen und sich mit einem breit angelegten Wohnbauprogramm zu profilieren. Dieses Vorhaben war begleitet von einem umfassenden Wohlfahrtsprogramm und sollte gleichzeitig die Arbeitslosigkeit bekämpfen, unter anderem, indem möglichst viele Architekt*innen mit Planungsaufgaben betraut wurden. Diese entwickelten zusammen mit dem Stadtbauamt Wohnhausanlagen mit umfassenden sozialen Einrichtungen.
Der gemeinsame Nenner vieler Entwürfe, trotz unterschiedlicher Formensprachen und architekturtheoretischer Herangehensweisen, war die strukturelle Organisation der Bauten mit der Aktivierung der Höfe als nutzbare Freiflächen und kleine, über Punktstiegenhäuser erschlossene Wohnungen. Direkte Folge davon war die Verschiebung der Reproduktionsarbeit ins vollkommen Private bzw. Öffentliche, was insbesondere den Alltag und die gesellschaftlichen Möglichkeiten von Frauen veränderte.
Eine zentrale städtebaulich-architektonische Innovation, der in architektonischer Hinsicht nicht fortschrittlichen Bauten war die Rolle der Höfe, die sowohl private als auch öffentliche Aufgaben erfüllten. Sie kommunizierten über Fassadengestaltung und räumlicher Organisation nach Innen an die Bewohner*innen und nach Außen an die Stadt und waren damit Träger besonderer symbolischer Bedeutung. Dabei finden sich oft Kindergärten in ihrem gestalterischen Zentrum – wohl auch als Symbol für die Verwirklichung der von der sozialdemokratischen Partei angestrebten gesellschaftlichen Veränderungen. Die Ausformulierung der neuen Gebäudetypologie Kindergarten war damit nicht nur eine architektonische, sondern auch eine politisch-repräsentative Aufgabe.

Der Kindergarten bekam als neue Bauaufgabe ab Ende der 1910-Jahre größere Bedeutung in Wien, weshalb betrachtet werden soll, unter welchen Vorgaben die neu erdachten Räume gestaltet wurden und ob sich explizierte Bezüge zu anderen architektonischen Referenzen finden lassen. Weiters sollen diese Bauten auf die gewählte Formensprache, den Bezug zum Außenraum und – soweit nachvollziehbar – der gewählten Inneneinrichtung untersucht werden.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER TU Wien

Bautechnische Probleme bei Kirchen der Erzdiözese Wien aus den 1960ere Jahren
Christoph SCHIPFER
2022 WS

Bautechnische Probleme bei Kirchen der Erzdiözese Wien aus den 1960ere Jahren

1 Inhalt
In meiner Diplomarbeit möchte ich mich mit Kirchenbauten der Erzdiözese Wien beschäftigen, die in den 1960er Jahren erbaut wurden. Dieser Zeitraum steht in der Architekturgeschichte nicht für besonders wertvolle Architektur. „Überforderung durch Beton“ oder „Rasterarchitektur ohne gestalterische Differenzierung und in riesigem Maßstabigen“1 sind eine bespielhafte Bewertungen. Kirchen aus der Zeit zeichnen sich durch neue Formensprache aus. Aber zu den gestalterischen neuen Aspekten gehört eine vergleichsweise neue bautechnische Ausführung. Heute stehen manche Kirchen vor vielfältigen Problemen. Der Wärmeschutz wurde wenig beachtet. Auch die Abdichtung von Flachdächern aus Glas, Beton oder Polyester muss mittlerweile saniert werden. Die Dauerhaftigkeit der Materialien – bei
Beton wegen der geringen Überdeckung des Stahls – ist oftmals am ihrem Ende angekommen.

2 Gliederung und Methodik
Am Beginn der Arbeit soll eine allgemeine Übersicht über die Architektur der 1960erJahren, denen Friedrich Achleitner einen „Kunstcharakter der Architektur“2 attestiert, stehen. Von diesen Beobachtungen aus soll eine Behandlung der
damaligen Strömungen im Kirchenbau und der Änderungen der liturgischen Zugänge folgen. Dieser Teil wird vor allem durch Literaturarbeit und Studium einschlägiger Betrachtungen der Stilepoche erfolgen. Im Hauptteil der Arbeit werden einige Kirchen der Erzdiözese Wien untersucht; unter anderem mit Blick in die
Vergangenheit zu erfolgten Sanierungen mit Bewertung der Qualität der Maßnahmen. Kirchen dieser Kategorie sind beispielweise: St. Florian von R. Schwarz, Oberbaumgarten von J. Gsteu, Kirche Franz von Sales von G. Lippert,
Pfarrkirche Liesing von R. Kramreiter, Pfarrkirche Neuerdberg von R. Kramreiter,Neue Pfarrkirche Pötzleinsdorf von K. Schwanzer und die Kirche Kapellerfeld (Architekt unbekannt). Im Archiv der Erzdiözese Wien und des Bauamts der Erzdiözese Wien sind noch viele Unterlagen zu vergangenen Sanierungen vorhanden und können ausgewertet werden. Schließlich kann mit Unterstützung des Bauamts der Erzdiözese der gegenwärtige Bauzustand und aktuelle Probleme
der besagten Kirchen vor Ort untersucht werden. Gespräche mit den Baureferenten werden zeigen, wo Handlungsbedarf bei den Kirchen besteht und wie man Lösungen für die bautechnischen Probleme der 1960er entwickeln kann.

3 Erwartete Ergebnisse
Das Ziel der Arbeit ist, zu untersuchen, welche Maßnahmen in den Jahren nach der Errichtung ergriffen werden mussten, um Schäden zu vermeiden bzw. zu beheben und ob es bestimmte bautechnische Zugänge gab, die heute überholt sind. Außerdem stehen einige Sanierungen bevor. Es sollen daher Vorschläge erarbeitet werden, die sowohl technischen Anforderungen als auch denkmalpflegerischen Gesichtspunkten gerecht werden.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER TU Wien

Die Baugeschichte des Schuppler-Bauensembles in Gmunden
Elisabeth THAJER
2022 SS

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Schon in 2. Jahrhundert vor Christus wurden nachweislich warme und kalte Mineralquellen für therapeutische Zwecke genützt. Auch nördlich der Alpen gab es in römischen Provinzen Heilquellen. Aus dieser Zeit gibt es eine Reihe von Kurorten, die auf römische Wurzel zurück gehen. Nach dem Zusammenbruch des Römischen Reiches wurde im späten Mittelalter ein Neubeginn der alten Badetraditionen gepflegt. In der ehemaligen Monarchie haben sich vielfältige Kurorte entwickelt. Diese zeichnen sich durch ein entsprechendes Architektur- und Raumensembles, sowie besondere städtebauliche Anordnungen aus.
Die oberösterreichische Kurstadt Gmunden am Traunsee wurde am 17. Mai 1862 das Kurstatut verliehen. Die vormals als Salzumschlagstadt und für die Salzfertigung bekannte Stadt war Verwaltungssitz von Landesfürsten des Salzkammerguts. Hier wurde neben Salz auch Getreide und Kalk gehandelt. In den Regierungsjahren des Habsburgers Franz I, wurden Pläne für eine Straße zwischen Gmunden und Ebensee sowie die Planung einer Eisenbahnstrecke zwischen Budweis – Linz – Gmunden eingereicht. Ein paar Jahre später wurde die Traunsee-Schifffahrt eingerichtet. Neben den regen Handel waren Gmunden und viele Nachbargemeinden auch als Ausflugsgebiet sehr begehrt.
Zahlungskräftige Gäste konnten die prächtigen neugebauten Villen der Kurstadt für ihren Besuch mieten. Für die damit verbundene Reisetätigkeit und sich ändernden Bedürfnisse der Stadt musste ein Ausbau der Infrastruktur erfolgen.
Auf die Initiative von Dr. Christian Feurstein wurde eine Kuranstalt und ein Badehaus errichtet. Anstelle des alten „Fasslhauses“ wurde vom Architekt Ing. Franz Schuppler ein Kursalon geplant. Ebenso wurden das Stadttheater und das Hotel Austria von ihm entworfen. Diese drei Bauten entwickelten sich zu einem wichtigen Zentrum für das gesellschaftliche Leben in Gmunden. Der Kursaal war ein kultureller Mittelpunkt für Bälle, Konzerte und ein Restaurant rundeten das Angebot ab. Der Kursaal fiel im Zweiten Weltkrieg einem Brand zum Opfer. Er wurde jedoch nicht wieder aufgebaut. Das Stadttheater war damals mit 1000 Sitzplätzen das größte im Salzkammergut.
Das Ziel der bevorstehenden Arbeit ist es, das Schuppler-Bauensemble in Gmunden im Kontext der kulturellen, gesellschaftlichen und städtebaulichen Entwicklung zu untersuchen und aufzuzeigen.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER Universität Wien

Der Beitrag der Architekten Alexander Neumann und Ernst Gotthilf zur Bankenarchitektur des beginnenden 20. Jahrhunderts in Wien
Barbara KARL-HILLEPOLD
2021 WS

Inhalt:
Bei der Masterarbeit handelt es sich um eine theoretische Arbeit über die Bankenarchitektur der beiden jüdischen Architekten Alexander Neumann und Ernst Gotthilf, die während ihrer Bürogemeinschaft (1909-1939) entstanden ist. Das Vorhaben beschränkt sich auf die Auswahl der drei folgenden Wiener Bankgebäude:
1. Wiener Bankverein, Schottengasse 2-6, 1010 Wien (1909-1912),
2. Niederösterreichische Escomptegesellschaft, am Hof 2, 1010 Wien (1913-1915)
3. Österreichische Creditanstalt für Handel und Gewerbe, Renngasse 2, 1010 Wien
(1914-1921)

Im ersten Teil soll kurz auf die Lebensdaten, Ausbildung und die umfassenden Werke der beiden jüdischen Architekten Alexander Neumann (1861-1947) und Ernst Gotthilf (1865-1950), die sich bis zu ihrer Emigration 1939 nicht nur als Architekten von Villen und Palais, sondern vor allem als Architekten von Bankgebäuden im In- und Ausland einen Namen machen konnten, eingegangen werden.

Nach einem kurzen historischen Rückblick auf die rege Bankentätigkeit um 1900 im ersten Wiener Bezirk, soll zum besseren Verständnis auf die Firmengeschichte und die daraus resultierenden Anforderungen an den Betrieb der einzelnen Banken bis zu deren heutigen Nachnutzung eingegangen werden.

Der Hauptteil befasst sich dann mit der architektonischen Analyse des bemerkenswerten „Wiener Bankvereins“ und seinen Folgebauten „Die Niederösterreichische Escomptegesellschaft“ sowie „Österreichische Creditanstalt für Handel und Gewerbe“ im ersten Wiener Bezirk. Diese Bankengebäude mussten nicht nur repräsentativ sein und den Wünschen der Auftraggeber entsprechen, sondern auch den funktionalen Erfordernissen und den sich ständig ändernden Anforderungen des Bankenbetriebs nach Wirtschaftlichkeit und Schnelligkeit gerecht werden. Dabei soll im Rahmen der architektonischen Analyse auf die monumentale Architektur, die Innenraumgestaltung und die moderne technische Ausstattung eingegangen werden.
Am Ende der Arbeit sollen die Gemeinsamkeiten der historischen Bankengebäude herausgearbeitet und gezeigt werden, wie diese denkmalgeschützten Gebäude mit ihren groß dimensionierten Kassensaälen im Rahmen ihrer Nachnutzung neue sinnvolle (?) Funktionen erhalten.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER TU Wien

Musikschulen im Wandel der Zeit – Revitalisierung und Erweiterung einer Musikschule in Dornbirn
Johanna VORDEREGGER
2021 WS

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1. Arbeitstitel
Musikschulen im Wandel der Zeit – Revitalisierung und Erweiterung einer Musikschule in Dornbirn

2. Ausgangssituation: Problemstellung und Vorgehensweise
Ausgangspunkt dieser Arbeit sind die stetig wachsenden Schülerzahlen in Österreich und der damit
verbundene höhere Bedarf an Einrichtungen für die musikalische Erziehung von Kindern und
Jugendlichen. Die Möglichkeit ein Instrument zu lernen ist in keinem anderen Land so einfach, wie
bei uns. Fast jede Gemeinde besitzt eine öffentliche Musikschule und bildet dort zukünftige
Generationen an Musikerinnen und Musikern aus.
Im Gemeinderat Dornbirn wird die Entscheidung einer möglichen Erweiterung der örtlichen
Musikschule evaluiert, welche in einer Ausschreibung zu einem Wettbewerb resultieren kann.
Demzufolge wird in dieser Diplomarbeit, basierend auf den im Vorfeld genannten Angaben, eine
Revitalisierung der schon vorhandenen Musikschule als auch eine Erweiterung des Geländes um
mehrere Gebäude angestrebt.
Basierend auf eingehender Recherche wird ein theoretischer Teil der Arbeit zur historischen
Entwicklung von Musikschulen in Österreich und ihrer schrittweisen Institutionalisierung verfasst.
Dieser soll Aufschluss zum Musikschulwesen als Bestandteil des österreichischen Schulsystems
geben, aber auch als Grundgerüst für den anschließenden Entwurf fungieren.

3. Forschungsfrage und Ziel der Arbeit
Ziel dieser Arbeit ist es, aufbauend auf einem Raumprogramm für rund 500 weitere
Musikschülerinnen und Musikschüler, zeitgemäße Unterrichtsräume für musikalisches Schaffen im
Bestand zu entwerfen. Zusätzlich soll ein eigenständig nutzbarer und an verschiedene
raumakustische Anforderungen angepasster Konzertsaal gestaltet werden.

Download Bilder: Musikschule Dornbirn

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER TU Wien

Oskar Payer – Leben und Werk
Daniela TITTEL BEATE
2019 WS

Ziel dieser angestrebten Masterthesis wird es sein, das Leben und Wirken des Architekten Oskar Payer zu dokumentieren und dessen architektonisches Erbe im Kontext seiner Entstehungszeit zu bewerten. Die nachfolgend exemplarisch erwähnten und differenzierten Schaffensperioden in den Bereichen Möbeldesign und Inneneinrichtung, sozialer Wohnbau, Siedlungs- und Plattenbauweise und Bauten für Wirtschaft sollen in dieser Arbeit einen Bogen über Oskar Payers Werk spannen, um es in einen Diskurs zur österreichischen Nachkriegsmoderne setzen zu können.

Der erste Teil der angestrebten Arbeit wird sich der bisher wenig erforschten Frühzeit Oskar Payers widmen: Lebensdaten, Ausbildung, Exil in Palästina und England.

Daher wird sich der Hauptteil mit Payers Arbeiten ab 1945 (Rückkehr nach Wien) befassen, wo er maßgeblich an sozialen Wohnbauprogrammen der Stadt Wien (federführend war Franz Schuster) beteiligt war und bis zu seinem Tod 1973 an verschiedenen Projekten im Bereich Architektur und Möbeldesign aktiv wirkte.

Aus diesen Bestrebungen heraus, konzentrierte sich zum einen sein Wirken auf Möbel und Inneneinrichtungen und soll in dieser Arbeit einen Schwerpunkt erhalten. Anhand eigener Publikationen und verschiedener Entwürfe sowie Pläne zum Thema Innenraumdesign, die unpubliziert im Architekturzentrum Wien (nachfolgend AzW genannt) aufbewahrt werden, sollen Payers Inneneinrichtungen und Wohnungsausstattungen typologisch und im zeitlichen Kontext bewertet werden.

Oskar Payer hatte sich als einer der (Neben-)Architekten für die Nationalbank verwirklicht, was bisher wenig Beachtung fand und mithilfe des originalen Planmaterials des AzW beleuchtet werden soll.

Es darf hierbei nicht unerwähnt bleiben, dass Oskar Payer viele seiner Projekte mit seinem Sohn Peter Payer (Abschluss als Architekt bei Franz Schuster, TU Wien) realisierte, welcher in dieser Arbeit somit Erwähnung finden wird.

Zum anderen soll in dieser Arbeit die stete Zusammenarbeit mit dem sozialen Wohnbau, insbesondere Payers Phase der Plattenbauarchitektur für die Stadt Wien, dargelegt werden. Es wird ein Vergleich vorgenommen werden, inwieweit sich derartige Bauten in Beziehung zu anderen Wohnbauten der Plattenbauweise dieser Zeit setzen lassen. Hier lohnt ein internationaler Vergleich mit Deutschland, Skandinavien, Frankreich, aber auch mit der ehemaligen DDR oder UdSSR. Gerade der Aspekt Ost-West(-Politik) legt hier nahe zu unterscheiden, ob diese Bauweise differenziert betrachtet werden muss oder eher Analogieschlüsse zulässig sind um ein generelles, zeitliches Phänomen abzubilden. Es sollen in weiterer Folge die geschaffenen Rahmenbedingungen, städtebauliche und politische Belange die sich mit dem sozialen Wohnbau und dieser gewählten Bauweise verknüpfen lassen betrachtet werden.

Das AzW ist im Besitz Oskar Payers Nachlass, der derzeit unbearbeitet ist. Er beinhaltet Dokumente, Planmaterial, Entwürfe und bildet als Primärquelle eine gute Ausgangslage für die geplante Masterthesis. Ausgehend von den Quellen sollen Payers Arbeiten chronologisch und schwerpunktsetzend analytisch vorgestellt werden um anschließend zeitliche Zusammenhänge erschließen und damit aufgeworfene Forschungsfragen erörtern zu können.

 

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER Uni Wien

Der NS – Siedlungsbau am Beispiel der Schmid Hüttenwerke
Sabine FITZAL-PICHLER
2023 WS

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„Der NS – Siedlungsbau am Beispiel der Schmid Hüttenwerke“
– eine architekturhistorische Analyse (Arbeitstitel)

Der scheinbar unbelastete Wohnungs- und Siedlungsbau wurde von den Nationalsozialisten politisch und ideologisch von Anfang an in die Vernichtungs- und Exklusionspolitik des NS-Regimes integriert.¹ Die Forschung im Feld der NS-Wohnungspolitik hatte sich bisher hauptsächlich auf die ideologisch programmatischen Entwicklungen in diesem Bereich und weniger auf den sich daraus ergebenden architekturhistorischen Aspekt des NS-Siedlungsbaus konzentriert.Diese Arbeit beschäftigt sich mit der architekturhistorischen Aufarbeitung und Verortung eines NS-Siedlungsbaus, der Werkssiedlung der Schmidhütte Krems, die in den Jahren 1940-42 von den Architekten Kurt Klaudy und Georg Lippert, die im NS-Regime gut verankert waren, errichtet wurde. Dabei wird die Konzeption und Formensprache dieses NS-Siedlungsbaues mit seiner Positionierung in der städtebaulichen Struktur und Wechselwirkung zum Werksbau besprochen.
Diese Thematik scheint derzeit aktueller denn je zu sein, was durch die Ausstellung „Macht Raum Gewalt. Planen und Bauen im Nationalsozialismus“ deutlich wird, die im Sommer 2023 in der Akademie der Künste in Berlin vorgestellt wurde und NS-Bauten in allen Lebensbereichen, insbesondere auch den NS-Siedlungsbau zum Inhalt hatte.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER Uni Wien

Stereoskopie als Propagandamittel im Nationalsozialismus
Greta GUTWENIGER
2023 SS – 2023 WS

Greta Gutweniger

Stereoskopie als Propagandamittel im Nationalsozialismus (Arbeitstitel)
Die Stereoskopie als Medium und besonders die Nutzung der Stereoskopie als NSPropagandamittel sind heute kaum mehr bekannt. Auch in der Forschung wurde dem
Thema wenig Aufmerksamkeit gewidmet, einige wenige Wissenschaftler*innen
setzten sich damit auseinander.
Warum wurde das Medium der Stereoskopie im Nationalsozialismus als
Propagandamittel relevant, obwohl es zu dieser Zeit bereits an Popularität verloren
hatte und nicht mehr zeitgemäß war? Warum wurde die Stereoskopie als
Propagandamittel verwendet, wenn es doch bereits die Fotografie gab? Inwiefern war
der Aufschwung der Stereoskopie im 20. Jahrhundert mit der Relevanz des Raumes
in der NS-Zeit verknüpft? Diese Fragen sollen in der Masterarbeit beleuchtet werden,
um die Bedeutung des Raumbilds im Nationalsozialismus zu kontextualisieren.
Im Mittelpunkt der Arbeit stehen der Raumbild-Verlag Otto Schönstein und seine
Raumbildwerke, da diese zu Propagandazwecken instrumentalisiert wurden. In der
Arbeit sollen die wichtigsten Erkenntnisse zur widersprüchlichen Geschichte der
Stereoskopie im NS zusammengetragen, und als Fallbeispiel eine Werkanalyse eines
Raumbildwerks gemacht werden.

Fotos: Bayerische Staatsbibliothek München/Bildarchiv.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER Uni Wien

Biophilic Modernism. The Pioneers of Austrian Biophilic Design
Tristan HUNT
2023 SS – 2024 SS

Pioniere des österreichischen „Biophilen Designs“

Konzept:
„Biophiles Design“ ist im zeitgenössischen Diskurs über Architektur sehr aktuell geworden. Die Folgen des Klimawandels werden einem weltweit immer bewusster. Verglichen mit der Vergangenheit, werden nachhaltige Entwurfsvorschläge daher immer beliebter. Da ungefähr 40% aller Treibhausgasemissionen durch die Bauindustrie verursacht werden, sieht man im Kampf gegen die Umweltverschmutzung hier großes Potential. Viele Studien beweisen, dass „biophiles Design“ einen großen Einfluss im Kampf gegen den Klima-Wandel haben kann. Es ist bewiesen, dass eine erhöhte Anzahl an Bäumen und Grünflächen in Städten den „Urban-Heat Island Effekt“ einschränken und ein Mikro-Klima erschaffen kann, welches die thermische Effizienz von Gebäuden verbessert. Dennoch, wird „biophiles Design“ oft als „green washing“ verurteilt. ArchitektInnen werden regelmäßig kritisiert, dass sie „biophiles Design“ nutzen um ein Gebäude als nachhaltig zu bewerben, obwohl das Gegenteil der Fall ist. Die zeitgenössische Auffassung von Nachhaltigkeit in der Architektur ist sehr technologisch. „Green building rating tools“ legen hauptsächlich einen Fokus auf die thermische Effizienz von Gebäuden und enthalten kaum „biophile Design“ Prinzipien in ihren Beurteilungskriterien. Dies führt oft zu Gebäuden mit einer erhöhten Trennung von Mensch und Natur. Da „biophiles Design“ einem zeitgenössischen Trend entspricht, wird es interessant sein zu forschen, welche ArchitektInnen in Österreich als erstes mit „biophilen Design“ Prinzipien experimentiert haben. Dies kann man anhand von Analysen von Gebäuden und ArchitektInnen aus der Nachkriegszeit erreichen. Der Fokus wird auf Einfamilienhäuser gelegt, da diese meistens die klarste Darstellung der Philosophie von ArchitektInnen repräsentieren. Zusätzlich mangelt es bei „biophiler“ Architektur an Forschung im Bereich „post-occupancy behaviour,“ da dieser Trend relativ neu ist und die meisten entsprechenden Beispiele erst seit einem Jahrzehnt existieren. Beispiele der „biophilen“ Architektur aus den 1950er/ 1960er Jahren bieten die Möglichkeit die Auswirkungen von „biophilen Design“ Prinzipien auf Gebäude über den Zeitraum eines halben Jahrhunderts zu analysieren.

Vorgehen:
• Ein klares Verständnis für „biophiles Design“ entwickeln – zeitgenössische Artikel und wissenschaftliche Arbeiten zum Thema „biophiles Design“ studieren – relevante Kriterien definieren, welche „biophile“ Architektur erfüllen müsste – einen Kriterien Katalog entwickeln mit einem kritischen Ansatz (verstehen welche Kriterien sozial- und umweltfreundlich sind, rausfiltern welche Kriterien als „green washing“ gelten)

• Forschung im Archiv – Einen Überblick verschaffen vom österreichischen Kontext der Nachkriegszeit, Zeitschriften aus dieser Zeit studieren, gezielt nach Anhaltspunkten suchen – Sobald relevante Anhaltspunkte entdeckt werden, Forschung im Archiv vom Architekturzentrum Wien (AzW) oder anderen relevanten Museen betreiben, gleichzeitig Texte und Bücher von relevanten ArchitektInnen recherchieren – Falls die Möglichkeit besteht, relevante Objekte von ArchitektInnen vor Ort besuchen/ Interviews mit Einwohnern oder ArchitektInnen arrangieren um Erkenntnisse im Bereich „post-occupancy behaviour“ zu erlangen

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER TU-Wien

Die Entwicklung der Wiener Kaffeehausinterieurs von 1920 bis 2020
Klara HERMANN
2022 WS – 2023 WS

Im Gesellschaftsleben der Wienerinnen und Wiener spielt das Kaffeehaus seit jeher eine zentrale Rolle und ist seit 2011 sogar Teil des immateriellen Kulturerbes von Österreich im Sinne der UNESCO. Während sich die architektonische Gestaltung von Jahrzehnt zu Jahrzehnt stark verändert hat, sind das Konzept und der Nutzen dieselben geblieben. Die Leute kommen, um Kaffee zu trinken, sich privat oder geschäftlich zu treffen, sich zu unterhalten, um zu arbeiten oder um sich zu entspannen. Das typische Interieur der Altwiener Kaffeehäuser unterscheidet sich grundlegend zu jenen aus der heutigen Zeit und ist daher der Ausgangspunkt der geplanten Arbeit.

Zielsetzung ist die chronologische Aufarbeitung der äußeren und vor allem inneren Veränderungen von Kaffeehäusern der letzten 100 Jahre. Beginnend in den 1920er Jahren wird pro Jahrzehnt mindestens ein exemplarisches und für die Zeit prägendes Beispiel analysiert, architektonisch beschrieben und typologisch verglichen. Der Fokus liegt dabei auf der Innenraumgestaltung, also den Möbeln und den verwendeten Materialien. Dabei sollen das jeweilige räumliche Konzept, der Stil und das Design der verschiedenen Architekten analysiert werden.

Grundlage dieser theoretischen Diplomarbeit wird eine umfassende Literaturrecherche sein. Mein methodischer Ansatz schließt die Recherche vor Ort mit ein. Die Arbeit soll mit aktuellen und historischen Fotos, Skizzen und Plänen veranschaulicht werden.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER TU Wien

Charlotte Andri-Hampel – Leben und Werk einer vergessenen Jugendstilkünstlerin
Lisa TEIGL
2022 SS – 2022 WS

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Charlotte Hampel wurde als Tochter des Architekten und Bildhauers Franz Hampel am 4. Oktober 1863 in Wien geboren. Bereits im März des Jahres 1877, im Alter von 13 Jahren, war die Malerin – in den Medien als „Wunderkind“ bezeichnet – auf einer Ausstellung im Wiener Künstlerhaus vertreten. Als fünfzehnjährige ging Charlotte Hampel im Wintersemester 1878/79 an die Königliche Kunstgewerbeschule nach München. Aus dieser Zeit stammt das erste erhaltene Selbstbildnis in Öl. Für das Café Luitpold schuf die Künstlerin Deckenmalereien, die Münchner Zeit ist von Genremalereien, Stillleben und Studien geprägt. Charlotte Hampel war auf Kunstausstellungen im Glaspalast München und in Berlin vertreten und nachdem sie 1893 nach Österreich zurück gekehrt war, stellte sie erneut im Wiener Künstlerhaus aus, wo sie durch Zeitgenossen medial als „Meister des Stilllebens“ neben Carl Moll und weiteren männlichen Künstlern erwähnt wurde. 1897 heiratete sie den Maler Ferdinand Andri. In den Folgejahren wurden Werke von Charlotte Andri-Hampel in der Secession ausgestellt und Grafiken in der Zeitschrift Ver Sacrum veröffentlicht. Kurz nach der Jahrhundertwende wurde es still um die Künstlerin, die im Jahr 1945 in Totzenbach, im Alter von 82 Jahren, verstarb.

Das Œuvre Charlotte Andri-Hampels reicht von Landschaftsmalerei, Genremalerei über Porträtmalerei bis hin zu Grafiken, die ihr Spätwerk dominieren. Die Malerin entwickelte sich stetig weiter und zeigt stets Gespür für Linien und Bildkomposition, dennoch steht die Kenntnis um sie diametral zu ihrem attestierten Talent. Zielsetzung der Masterarbeit ist folglich die Aufarbeitung des Werkes der in Vergessenheit geratenen Malerin Charlotte Andri-Hampel unter Berücksichtigung von Ausbildung und beruflichem Werdegang, sowie eine Einordnung ihres Schaffens in den Kontext weiterer Künstlerinnen ihrer Zeit.

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Die begleitenden Werke sind „Die weiße Bank“, in Aquarell und Kreide – zu sehen auf der Ausstellung der Secession 1900

„Venedig“ , um 1902

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER Uni Wien

Der Ausstellungsraum als Mittel der sozialen Interaktion und neuer Raumwahrnehmung.
Claire HOFFELD
2021 WS – 2023 SS

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Seit den 1960er Jahren herrschte vor allem an der Ostküste Amerikas politischer und
sozialer Aktivismus. Gefordert wurden mehr Diversität und eine neue Herangehensweise an
Kunst. Dies hatte zur Folge, dass einige Künstler und Künstlerinnen den Warenstatus, sowie
die Ideologie der Museen in Frage stellten.

Viele Künstler*innen wie Andrea Fraser, Daniel Buren, Michael Asher oder Marina
Abramović haben sich sowohl mit der Kritik, wie auch mit der Nutzung des Museums für
soziale Interaktionen auseinandergesetzt. Ziel ihrer Inventionen war es eine neue
Raumwahrnehmung bei den Besucher*innen hervorzurufen um die Umwelt intensiver
wahrzunehmen.

Anhand folgender Beispiele möchte ich gerne kurz auf Künstler*innen und ihre Werke
eingehen, welche sich erst durch die Auseinandersetzung mit dem Ausstellungsraum
erschlossen.

Daniel Buren setzte sich intensiv mit der Wirkung seiner Kunst im Raum auseinander. Er
stellte die konventionellen Annahmen über das Museum radikal in Frage und brachte mit
seinen Installationen bewusst versteckte politische und soziale Aspekte eines Raumes zum
Vorschein. So auch bei der Ausstellung „Peinture-Sculpture“ im Guggenheim-Museum 1971
in New York. Er halbierte die Rotunde mit einem Tuch, was zur Folge hatte, dass sich
andere Künstler*innen durch dessen Wirkung benachteiligt fühlten.

Michael Asher beschäftigte sich mit der Entfremdung von Ausstellungsräumen durch
Ergänzung oder Entfernung von Elementen und setzte sich mit dem bewussten
Wahrnehmen des Raumes durch Schall und Geräusche auseinander. Auch die Ausstellung
„Spaces“ 1970 im MOMA in New York gestaltete er aus nicht-visuellen Mitteln. Dies sollte bei
den Besucher*innen ein positives Raumgefühl auslösen.

Andrea Fraser ist eine amerikanische Künstlerin die sich ebenfalls kritisch mit Institutionen
und dem Warenstatus von Kunst auseinandersetzt. Mit ihrer Aufführung „Museum Highlights:
A Gallery Talk“ im Philadelphia Museum of Art machte sie 1989 die Besucher und
Besucherinnen auf die für sie verschwenderischen und konsumorientierten Räume des
Museums aufmerksam. So war für Fraser der Souvenirshop genauso wichtig wie der
Ausstellungsraum an sich.

Marina Abramović beschäftigt sich mit der Kritik an der westlichen Gesellschaft, sowie der
Immaterialität von Zeit und Umgebung. Bei ihrer Performance zu „The House with the Ocean
View“ setzte sie sich mit dem emotionalen und spirituellen Wirken im Raum auseinander. Die
Aufführung war 2002 in der Sean Kelly Gallery in New York zu sehen. Die Künstlerin war der
Meinung mit ihrem Experiment eine Art Energiefeld zu erzeugen, mit welchem sie auf
atomarer Ebene den Raum mit der Öffentlichkeit vereinen und verändern könne.
Bei den Beispielen handelt es sich um Werke und Aufführungen zwischen 1970 und 2002
bezogen auf die Kunstbewegung der Ostküste.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER TU Wien

Wiens Stadtpalais des 18. und 19. Jahrhunderts
Tita Maria STRAKE
2021 WS – 2022 WS

Exposé

Bis heute wird das Stadtbild Wiens von seinen zahlreichen Palais geprägt. Die Konzentration dieser Prachtbauten auf die Innere Stadt ist auf die historische Entwicklung der ehemaligen Residenzstadt zurückzuführen, die Adelsfamilien aus allen Teilen der habsburgischen Monarchie anzog. Besonders zur Zeit des Hochbarock versuchten sich die reichen Bauherren mit ihren prachtvollen Wohnbauten gegenseitig zu übertrumpfen und ihren Repräsentationsansprüchen gerecht zu werden. Zahlreiche private Stadtpaläste entstanden um den kaiserlichen Hof, je näher, desto vornehmer die Familie.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlebte die Wiener Palaisarchitektur mit der Schleifung der Stadtmauer und dem Bau der Ringstraße eine neue Blüte. Das Großbürgertum, das einen wirtschaftlichen Aufschwung erfuhr, wurde mit der Errichtung von Palais und Zinshäusern auf den neugeschaffenen Grundstücken zum wichtigsten Bauträger des Prachtboulevards. Das sogenannte Zinspalais entstand als Repräsentationsinstrument des aufstrebenden Bürgertums und schuf eine neue Form des Palais, das gänzlich anderen Ansprüchen gerecht werden musste.

Im Zuge dieser Arbeit wird die historische, stilistische sowie gesellschaftliche Entwicklung der Wiener Stadtplalaisarchitektur in ihrer zweiten Blütezeit anhand exemplarischer Objekte analysiert und erläutert. Ein Objektkatalog soll Aufschluss über die heute noch erhaltenen Stadtpalais des 18. und 19. Jahrhunderts geben.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER TU Wien

Das “Bregenzerwälder Hus” – die Entwicklung einer unverkennbaren Wohnkultur
Anna-Sophie HOLZMÜLLER
2021 WS – 2023 WS

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Expose

Der Bregenzerwald kann als kulturelles Phänomen gesehen werden. Die Kulturgüter dieser Region reichen von weltberühmter Architektur bis zum, weit über die Grenzen Österreichs begehrten, Bregenzerwälder Käse.

Diese Arbeit ist der Versuch, zu verstehen, wie es der Region des Bregenzerwaldes gelingt, einen wertvollen Kulturschatz über Jahrhunderte hinweg zu wahren und weiter zu spinnen. Wie konnte dieser entstehen und auf welche Weise ist die tiefe Verpflichtung der Tradition gegenüber mit dem gleichzeitig hohen Grad an Innovation vereinbar?

Eine besondere Ausformulierung findet diese starke Kultur in der Architektur des Bregenzerwälder Hauses. Eine durch lokale Lebensbedingungen, die Gegebenheiten der Region und die Bewirtschaftung des wertvollen Landes entstandene Sonderform des Arbeitens und Wohnens manifestiert sich auf unverwechselbare Weise in einem Gebäudetypus – dem “Bregenzerwälder Hus”. Es ist Zeugnis des Zusammenwirkens von Tradition und Innovation, von lang Erprobtem und neu Dazugelerntem.

Bemerkenswert ist dabei die allmähliche Entwicklung eines tieferen Verständnisses für eine hochentwickelte Wohnkultur. Aus der Notwendigkeit eines schützenden Daches, unter welchem sowohl Mensch, als auch Vieh untergebracht sind, entsteht eine identitätsstiftende Alltags- und Wohnkultur mit all den für diesen Ort so spezifischen Handlungen und Objekten.

Aus der alltäglichen Nutzung entwickeln sich Räume, die in ihrer Verwendung perfekt und bei bloßem Betrachten hoch ästhetisch sind. Es soll sichtbar werden, wie sich aus Traditionen und wirtschaftlichen Notwendigkeiten eine starke Wohn- und Alltagskultur entwickeln konnte, die bis in die Gegenwart ihre Gültigkeit bewahrt und basierend auf ihrer Geschichte weitergesponnen wird. Ist diese Wohnkultur nicht zuletzt so bemerkenswert, da sie sich innerhalb einer Region in ihrer Stärke und Prägnanz flächendeckend ausbreiten konnte?

Es soll aufgezeigt werden, wie sich aus der Geschichte des Bregenzerwaldes ein allgemeines Verständnis für eine unverkennbare Wohnkultur entwickeln konnte, die auf Traditionen aufbaut und durch Innovationen weiterentwickelt wird.

Zunächst müssen die Umstände, unter welchen die Bregenzerwälder Wohnkultur entstehen konnte, näher betrachtet werden. Die Region wird auf ihre geographische Lage im voralpinen Raum untersucht. Gegebenheiten wie Klima, Topographie, Besiedlungsgeschichte und -struktur sollen einen Überblick über das Gebiet geben.

Des Weiteren werden soziokulturelle Hintergründe und kulturelle Phänomene des Bregenzerwaldes durchleuchtet um schlussendlich zum eigentlichen Kern der Arbeit zu führen – dem Bregenzerwälderhaus als Manifest der historisch gewachsenen Wohnkultur. Anhand traditioneller Bauernhäuser wird die ursprüngliche Substanz durchleuchtet. Auf dieser aufbauend führen architektonische Beispiele bis in die Gegenwart – die Wohnkultur zieht sich wie ein roter Faden von der Vergangenheit bis ins Jetzt. Die Gegenwart, welche in ihrer Geschichte eine große Chance sieht und diese aufnimmt und weiterführt.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER TU Wien

Licht-Luft-Sonne: Einfluss der Tuberkulose auf den Sanatoriums- und Krankenhausbau in der Zwischenkriegszeit Europas
Maria HARMAN
2020 WS – 2021 WS

Um 1900 verbreitete sich die Tuberkulose großräumig in Europa. Die Bevölkerung gab der Architektur die Schuld, da man bis dahin vermutete, die Ursachen der Tuberkulose liegen im Staub und Schmutz, welcher sich hinter den Ornamenten und Textilien versteckt. Auch nach 1882, als Robert Koch den Nachweis für das Tuberkulose-Bakterium erbracht hatte, blieben die Vorurteile gegenüber den Wohnungen in den gründerzeitlichen Häusern bestehen. Angst und Ekel vor der Tuberkulose als großstädtische Krankheit war einer der Gründe für die Neubewertung der Architektur. Da von der TBC vor allem die junge, für den jeweiligen gesellschaftlichen Aufbau eines Landes relevante Altersklasse (21-30-Jährige) betroffen war, maß man dem Kampf gegen diese Krankheit eine hohe Bedeutung zu. Die Maßnahmen, die zur Bekämpfung der TBC getroffen wurden, fanden in der Architektur einen nachhaltigen Niederschlag und führten zu einer neuen Formensprache. Diese war vor allem beim Sanatoriums- und Krankenhausbau zu spüren.

Mit meiner Diplomarbeit möchte ich den starken Einfluss der Tuberkulose auf die europäische Architektur der Zwischenkriegszeit verdeutlichen. Hierbei geht es vor allem um den Bau der Sanatorien und Tuberkulosekrankenhäuser, welche sich in ihrer Architektursprache stark veränderten und ebenfalls sehr bedeutsam für die spätere Entwicklung der Architektur waren. Anhand ausgewählter Beispiele, welche sich durch Literaturrecherche als „Paradebeispiele“ herauskristallisiert haben, möchte ich die Unterschiede zu früheren Sanatorien und Krankenhäusern der Jahrhundertwende analysieren bzw. die wesentlichen architektonischen Elemente hervorheben, welche für die neue Formensprache dieser Gebäudetypologie charakteristisch waren.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER TU Wien

„Das Volkslied der Architektur“; die Rezeption der volkstümlichen Bauernhausarchitektur in Österreich zwischen der Wiener Weltausstellung 1873 und dem Landhausentwurf um 1900
Nina LINDNER
2020 WS

Nach der Wiener Weltausstellung im Jahre 1873 lässt sich in Österreich eine vielseitige Auseinandersetzung mit der volkstümlichen Architektur der Alpenregionen erkennen. In weiterer Folge entwickelten sich ein wissenschaftlicher Forschungsbereich und die literarische Auseinandersetzung mit der traditionellen Bauernhausarchitektur bis hin zum Architekturdiskurs in den Umschwüngen zur Moderne um 1900. Letzteres stellt in dessen Ausführungen die Verbindung zwischen der alpenländischen Architektur und dem Landhausentwurf her, weshalb folgende Forschungsfrage erläutert werden soll:Inwieweit hat die Wiener Weltausstellung 1873 die Erforschung der „authentischen“ Bauernhausarchitektur in Österreich angeregt und worin unterscheiden sich die Beiträge des ethnografischen Dorfs der Weltausstellung zu den tatsächlichen Bauwerken der österreichischen Alpengebiete und wie weit ging der Einfluss der Wiener Weltausstellung auf den Architekturentwurf des Landhauses um 1900?Zur Beantwortung der Forschungsfrage wird der Schwerpunkt auf das ethnografische Dorf der Wiener Weltausstellung gelegt. Drauf folgend werden dessen österreichischen Beiträge den Bauernhäusern in den verschiedensten Alpenregionen Österreichs sowie dem Landhausentwurf der Jahrhundertwende der Villa Ladewig von Julius und Wunibald Deininger mittels einer Architekturbeschreibung gegenübergestellt.

After the Vienna World Exhibition in 1873, a multifaceted examination of the vernacular architecture of the Alpine regions can be seen in Austria. Subsequently, a scientific field of research and the literary examination of traditional farmhouse architecture evolved up to the architectural discourse during the turnaround to modernity around 1900. In its explanations, the latter establishes the connection between Alpine architecture and the country house design, which is why the following research question will be explained:To what extent did the Vienna World Exhibition of 1873 stimulate research into „authentic“ farmhouse architecture in Austria and how does the contribution of the ethnographic village of the World Exhibition differ from the actual buildings of the Austrian Alpine regions and how far did the Vienna World Exhibition influence the architectural design of the country house around 1900? To answer the research question, the focus lies on the ethnographic village of the Vienna World Exposition. Subsequently, its Austrian contributions are compared with the farmhouses in various Alpine regions of Austria as well as the country house design of Julius and Wunibald Deininger’s Villa Ladewig at the turn of the century by using an architectural description.

Betreut von:
Oliver SUKROW TU Wien

Oswald Haerdtls „Milchpavillon“ im Kontext der internationalen Pavillonarchitektur
Aino Svea Sophie LANG
2020 WS

1951 entwarf Oswald Haerdtl den Milchpavillon im Volksgarten, der bis heutebeinah im Originalzustand erhalten ist. Er befindet sich in einem Ensemble mitdem von Peter Corti 1823 erbauten Cortischen Kaffeehaus und dem Café undRestaurant Volksgarten, das 1958 ebenfalls von Oswald Haerdtl gestaltet wurde.Dieser spezielle Ort gepaart mit der besonderen Gestaltung des Pavillons machtihn zu einem Sondertypus innerhalb der Pavillonarchitektur. In der vorliegendenArbeit wird daher die Genese der internationalen Pavillonarchitektur ebenso wieSonderformen, die sich in Wien entwickelten, betrachtet. In seiner Funktion undGestalt ist zudem die besondere Zeit in der er gebaut wurde spürbar. Er entstandin einer für Wien einzigartigen Epoche, der Besatzungszeit der Nachkriegsjahrevon 1945 bis 1955. Die Internationalität, die in dieser Zeit das kulturelle,sowie architektonische Schaffen in Wien prägte, zeigt sich im Milchpavillon. Inder Literatur wird er oft mit den Espressi, die in den 50er Jahren durch EntwürfeOswald Haerdtls entstanden sind, in Verbindung gebracht. In seiner Funktion istder Milchpavillon allerdings als Symbiose aus unterschiedlichsten wiener Sonderformenzu sehen und nicht als typisches Espresso. Lediglich seine Gestaltungim Espressostil zeigt die Nähe zu diesem Cafétypus.Bei dem Milchpavillon handelt es sich somit um einen spannendes Bauwerk, dassich aus vielerlei Einflüssen zusammengesetzt hat. Dennoch fand er bis jetzt inder Literatur wenig Beachtung und eine kunst- und architekturhistorische Betrachtung,vor allem auf Grundlage des Nachlasses von Oswald Haerdtl, diedem Architekturzentrum Wien zur Verfügung gestellt wurde, fand bis jetzt nichtstatt. Diese Lücke soll mit dieser Diplomarbeit geschlossen werden.

In 1951, Oswald Haerdtl designed the Milchpavillon in the Volksgarten, whichis still almost in its original state today. It is in an ensemble with the CortischensKaffeehaus built by Peter Corti in 1823 and the Café and RestaurantVolksgarten, which was also designed by Oswald Haerdtl in 1958. This speciallocation, coupled with the special design of the pavilion, makes it a specialtype within the pavilion architecture. In the present work, therefore, thegenesis of international pavilion architecture is considered, as well as specialforms that developed in Vienna. In its function and form, the special time inwhich it was built is also noticeable. It was built during a unique period forVienna, the occupation of the post-war years from 1945 to 1955, and the internationalcharacter that shaped the cultural and architectural work in Viennaduring this period is reflected in the Milchpavillon. In literature it is often associatedwith the Espressi, which were created in the 1950s through designsby Oswald Haerdtls. In its function, however, the Milk Pavilion is to be seenas a symbiosis of various Viennese special forms and not as a typical Espresso.Only its design in espresso style shows the closeness to this type of café.The Milchpavillon is therefore an exciting structure, that has been created frommany different influences. Nevertheless, it has received little attention in the literatureup to now and an art and architecture-historical examination, especiallyon the basis of the bequest of Oswald Haerdtl, which was made available to theArchitekturzentrum Wien, has not taken place up to now.This gap is to be closed with this diploma thesis.

Betreut von:
Oliver SUKROW TU Wien

Typologie für Öffentliches und Privates: die Loggia in Ober- und Mittelitalien als öffentliche und private Bauaufgabe von der Antike bis in die Renaissance
Patrick SOMWEBER
2020 WS

Anliegen der vorliegenden Diplomarbeit ist es, die Entwicklung der vielseitigen Typologie „Loggia“ in Oberund Mittelitalien von ihren Wurzeln bis zur Renaissance zu untersuchen und allgemeine Aspekte offener Architekturen im öffentlichen und privaten Sektor des Bauens näher zu beleuchten. Einzelne Bauaufgaben sind in Bezug auf das Motiv der Loggia gut erforscht, jedoch fehlt bisher eine grundlegende Entwicklungsgeschichte der Typologie. Aus dieser Prämisse ergibt sich folgende Forschungsfrage: Welche typologische Entwicklung vollzog die Loggia in Oberund Mittelitalien, einerseits als öffentliche, andererseits als private Bauaufgabe, von ihren Anfängen bis in die Renaissance?Um dies zu beantworten, soll im Vorfeld geklärt werden, was „öffentlich“ und „privat“ in der jeweiligen Zeit bedeutete. Danach wird, getrennt in öffentliche und private Bauaufgaben, für Antike, Mittelalter und Renaissance eine Genealogie abgeleitet. In der Antike bilden sich Archetypen heraus, die weitergeführt werden, während sich im Mittelalter eine Diversifizierung der Bauaufgaben mit Loggien zeigt. In der Renaissance werden antike Vorbilder unmittelbar aufgegriffen, jedoch auch mittelalterliche Traditionen weitergeführt. Es zeigt sich eine wechselseitige Beeinflussung von öffentlicher und privater Bauaufgabe auf mehreren Ebenen und in verschiedenen Entwicklungsstadien.

The aim of this diploma thesis is, to examine the evolution of the versatile typology „loggia“ in Northern and Central Italy from its origins through the Renaissance and to highlight general aspects of related structures in the public and private field of building. Individual building types may have been well investigated so far regarding the motif of the loggia, but literature lacks a fundamental history of development. This led to the following research question: Which typological evolution did the loggia go through in Northern and Central Italy as a public and as a private building type, from its beginning up to the Renaissance?To answer this question, it is necessary to discuss what „public“ and „private“ implied during the particular ages. Thereafter a separated development for the two aforementioned realms shall be derived for antiquity, Middle Ages and Renaissance. Several archetypes emerged from antiquity, while in medieval times new typologies with included loggias arose. The Renaissance not only adopted ancient motifs, but continued also medieval traditions. As a conclusion, mutual influences of public and private building type appear on many levels and in various stages of development.

 

Betreut von:
Oliver SUKROW TU Wien

Die Windbrechtingers. Leben Gesinnung Werk
Barbara KAPSAMMER
2020 SS

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Die theoretische Diplomarbeit am Institut für Kunstgeschichte, Bauforschung und Denkmalpflege behandelt das Leben und Werk des Architektenehepaars Windbrechtinger und legt den Fokus auf die besondere Werte- und Arbeitshaltung der Architekten. Als Grundlage für den Einstieg in die Thematik dient der überschaubare, aber wertvolle Nachlass von Traude und Wolfgang Windbrechtinger im Architekturzentrum Wien. Gespräche mit Zeitzeugen liefern wichtige Erkenntnisse in der Auseinandersetzung mit dem Thema. Die Arbeit geht der Frage nach dem Neuen und Visionären im Werk der Architekten nach und erörtert, wieso deren Baugesinnung auch für die heutige Zeit als fortschrittlich betrachtet werden kann. Die Arbeit behandelt im ersten Teil das Studium und die Ausbildung der Architekten und beschreibt wichtige Persönlichkeiten, die diesen Lebensabschnitt maßgebend mitgeprägt haben. Im zweiten Teil wird der berufliche Werdegang und die darin bedeutenden Lebensstationen und -orte thematisiert. Der dritte Teil gibt einen Überblick über das vielfältige Werk der Architekten. Es folgt eine Darstellung ausgewählter Projekte, sowohl vor dem Hintergrund ihrer Entstehungszeit als auch ihrer Funktion in der Gegenwart.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER TU Wien

Ernst Hiesmayr 1948-1958. Ein Beitrag zur österreichischen Architekturgeschichte der Nachkriegszeit.
Markus HUTZ
2020 SS

Die Arbeit behandelt die im Nachlass befindlichen, zwischen 1948 und 1958 geschaffenen Bauten und Projekte des österreichischen Architekten Ernst Hiesmayr. Methodisch steht dabei die architekturhistorische Analyse der realisierten Gebäude, der überlieferten Plan- und Fotobestände sowie der schriftlichen Quellen im Zentrum. Ergänzt wird die Untersuchung durch den Vergleich mit der nationalen und internationalen Architekturproduktion der Zeit sowie die Einbindung der zeithistorischen Kontexte. Der Fokus liegt hierbei auf der sozioökonomischen, politischen sowie kulturellen Situation zur Zeit der alliierten Besatzung in den Jahren nach 1945. Den Kern der Arbeit bildet die These, dass Ernst Hiesmayrs frühe architektonische Produktion in den Jahren zwischen 1948 und 1958 von einer dialektischen Grundhaltung geprägt war. Diese äußerte sich in der konstanten Auseinandersetzung mit einer modernistischen Formensprache sowie Geisteshaltung einerseits und den Qualitäten traditioneller, meist anonymer Baukulturen andererseits. Von entscheidender Bedeutung war dabei stets die Entwicklung der architektonischen Konzeption aus der topografischen sowie kulturellen Situation heraus.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER Uni Wien

Stift Säusenstein
Gerald KLAMMER
2020 WS – 2021 SS

Die ehemalige Zisterzinserabtei liegt am Fuße der Donau in Säusenstein, einem Ortsteil der Stadtgemeinde Ybbs an der Donau. Gegründet durch das Geschlecht der „Herren von Wallsee“ reicht die Historie der Klosteranlage bis in das 14. Jahrhundert zurück. Nach anfänglichem raschen Aufstieg führten Ereignisse wie, die Türkenkriege, Plünderungen, Reformation und Gegenreformation sowie der Dreißigjährige Krieg die Abtei mehrfach an den Rand der Vernichtung. Mit Beginn des 18. Jahrhunderts erlebte das Kloster jedoch wieder eine Phase des Aufschwungs und es kam zu regen Bautätigkeiten, welche zur größten Ausdehnung des Klosters führten, ehe dieses 1789 im Zuge der einsetzenden Säkularisation unter Kaiser Joseph II. schließlich aufgehoben wurde.

Das vormals aus zwei Höfen und einer Kirche bestehende Kloster, weist heute nur mehr den Ost-Trakt sowie Reste der Verbindungsflügel zum West-Trakt auf. Die Theresienkapelle, das sogenannte Prälatenstöckl, einem am Donau-Ufer gelegenem Wehrturm sowie Teile des Klostergartens sind ebenfalls erhalten geblieben.

Ziel der Diplomarbeit ist die Erarbeitung eines Objektkataloges welcher zum einen eine umfassende Dokumentation des erhaltenen Bestandes, zum anderen die Baugeschichte der ehemaligen Zisterzinserabtei behandelt.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER TU Wien

Wie Artur Perotti das Linzer Stadtbild prägte
Carolin BREITSCHOPF
2020 WS – 2021 WS

Expose

Artur Perotti: Ein Mann, der mit seinem Büro Perotti+Greifeneder und Partner die Architektur der Nachkriegszeit geprägt hat, ganz besonders seinen damaligen Wohnort Linz. Geboren 1920 in Vorarlberg, kam er als Mittelschüler nach Linz, danach lernte er in Wien das Modelltischlerhandwerk und besuchte die Akademie der Bildenden Künste in Wien (die er nicht abschloss). Seit 1945 arbeitete er als selbstständiger Architekt in Linz. 1971 gründete er in Linz sein Büro Perotti+Greifeneder und Partner.

Linz befindet sich zurzeit im Aufschwung, die Stahlstadt wächst und entwickelt sich weiter. Doch wie war das zu Zeiten von Architekt Perotti? Wie hat die Stadt vor seinem Einfluss ausgesehen, welche Impulse hat er gesetzt? Welche architektonischen Wahrzeichen hat er geschaffen?

Und vor allem: War sein Einfluss ein nachhaltiger, wirken seine Impulse heute noch?
Architekt Artur Perotti hat viele Gebäude in Linz geschaffen, an denen wir heute einfach vorbeigehen, ohne sie zu beachten, ohne ihre damalige Innovationskraft wahrzunehmen. Die Oberbankzentrale an der Donaulände, die die letzten Jahre erweitert und nicht abgerissen wurde, die Wohnbauten am Damm, die das Stadtbild von Urfahr stark prägen, der Hauptplatz als Herz von Linz, wo jeder Tourist, jede Linzerin und jeder Linzer viel Zeit verbringt und oft darauf flanieren und
die darunter liegende Tiefgarage.

Ich möchte der Frage nachgehen, wie Artur Perotti das Stadtbild von Linz prägte und ob seine Arbeiten auch heute noch für die Stadt, für das Stadtbild prägend sind.
Der Einfluss dieses Architekten auf die Entwicklung der Stadt Linz und sein Leben als Architekt soll in dieser Diplomarbeit behandelt werden.
Quellen der Arbeit werden Zeitzeugeninterviews sein, Informationen von damaligen
Mitarbeiter*innen, Recherchen in den Archiven der Stadt Linz und der Baupolizei, sowie weitere Materialien aus dem damaligen Büro.

Bildlegende:
Linzer Bauten von Artur Perotti: Oberbank Donauforum (1980), Eder Hochhaus (1955), Hotel Schillerpark (1982), Wohnbauten „Am Damm“ (1959). ​

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER TU Wien

Die Zentralsparkasse – Mäzen für Kunst, Kultur und Architektur Vom „Amt zur Erlebnisbank“-die Architektur der Zentralsparkasse
Helga STIX
2019 WS – 2020 WS

In der vorliegenden Arbeit soll die besondere Stellung der Zentralsparkasse unter den Geldinstituten beschrieben werden. Eine spät gegründete Sparkasse für „die kleinen Leute“ mit einem kometenhaften Aufstieg von der Wiener Gemeindesparkasse zu einem erfolgreichen Finanzkonzern. Sie wurde von einem gemeinnützigen Spender zu einem wichtigen Förderer von Kunst, Kultur, Wissenschaft und Sport und versuchte nach dem Zweiten Weltkrieg das Vakuum, das durch die beiden Weltkriege in der Kunstszene entstanden war, zu füllen. Das Architekturgeschehen wurde durch Vergabe von Neu- und Umbauten der Hauptanstalt und vieler Zweigstellen an innovative Architekten belebt, die auch experimentell mit den gestellten Aufgaben umgingen und damit kontroversielle Diskussionen auslösten.

Die Arbeit beginnt mit einem historischen Rückblick auf den regen Bankenbau um 1900 der sich im ersten Bezirk zentrierte. Zum besseren Hintergrundverständnis folgt die Geschichte der Zentralsparkasse von der Gründung bis zur Fusion mit der Österreichischen Länderbank AG 1991.

Der Hauptteil beschäftigt sich mit der Präsentation der Sparkasse als modernes Geldinstitut und mit welchen Mitteln diese Darstellung erreicht wurde, welche Rolle Werbung, Corporate Identity und Architektur dabei spielten. Die architektonische Umsetzung zur Erfüllung der neuen Anforderungen durch die wichtigsten beauftragten Architekten soll beleuchtet werden. Die Architektursprache der beispielhaften Gebäude wird beschrieben sowie die neuartige Kundenraumgestaltung, die die Entwicklung vom „Amt zur Erlebnisbank“ ermöglichte. Auch die visionären Führungskräfte, die zu diesem wirtschaftlichen wie kulturellen Erfolg beitrugen sollen erwähnt werden. Am Ende der Arbeit werden die hier beschriebenen Gebäude mit den „Repräsentanten des Geldes“ des ausgehenden 19. Jahrhunderts verglichen.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER TU Wien

Die acht Künstlerinnen – Frauenkunst in der Wiener Moderne
Mara ZWIENER KIMBERLY
2019 SS – 2023 WS

Die Acht Künstlerinnen (1900-1912)

Im März 1900 gründeten Olga Wisinger-Florian, Marie Egner, Teresa Feodorowna Ries, Marie Müller, Bertha von Tarnòczy, Marianne von Eschenburg, Susanne Granitsch und Eugenie Breithut-Munk die Gruppe der Acht Künstlerinnen, die zwischen 1901 und 1912 zusammen mit eingeladenen Gastkünstlerinnen im Kunstsalon Pisko, im oberösterreichischen Kunstverein und auf der „Imperial Royal Austrian Exhibition“ ausstellte. Diese gemeinschaftliche Präsentation von Frauenschöpfungen – darunter überwiegend Malereien, aber auch Plastiken und
kunsthandwerkliche Objekte – war in der patriarchalen Kulturlandschaft der ausgehenden Habsburgermonarchie einmalig. In meiner Masterarbeit gehe ich daher der Frage nach, wie sich diese Künstlerinnenvereinigung in Wien am Anfang des 20. Jahrhunderts organisierte. Da die Gruppe in der bisherigen Literatur wenig Beachtung gefunden hat, arbeite ich vorwiegend mit Primärquellen. Dazu gehören Ausstellungskataloge, Zeitungsartikel, zeitgenössische Publikationen,wie die Künstlerlexika von Murau und Martinez, Tagebucheinträge von Wisinger-Florian und Egner, sowie der Briefverkehr zwischen Eschenburg beziehungsweise Wisinger-Florian und den Gastkünstlerinnen. Ich kontextualisiere meine Forschungen mit zwei Kapiteln zur Situation von Künstlerinnen im 19. Jahrhundert. Dabei arbeite ich insbesondere die Ausbildungsbedingungen, Tätigkeitsfelder und Ausstellungsmöglichkeiten für Frauen, sowie das Zusammenspiel mit der Frauenrechtsbewegung heraus. Kernstück meiner Arbeit sind die Biographien der einzelnen Mitglieder, sowie meine Forschungen zu den Acht Künstlerinnen als Ausstellungs-Gemeinschaft. Ich untersuche die Umstände der Gründung, die Planung und Durchführung der Ausstellungen, dieNetzwerke und Beziehungen zu Gastkünstlerinnen, die Kritiken in zeitgenössischen Berichten sowie die Probleme und schließlich die Auflösung der Gruppe.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER Uni Wien

Die Entwicklung des Warenhauses in der Wiener Innenstadt 1865-1914
Marlene ACHLEITNER
2019 SS

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Geht man rund um den Stephansplatz im ersten Wiener Gemeindebezirk spazieren, erkennt man neben modernen Boutiquen auch noch Häuser und Läden, die dort schon seit langer Zeit existieren und mit ihren riesigen, geschmückten Schaufenstern die Kunden anlocken. Dass manche dieser Gebäude aber teilweise über 100 Jahre alt sind, wissen nur wenige Passanten.
Mitte des 19. Jahrhunderts erfährt Wien neuen Aufschwung und einen wahren Bauboom. Dieser bringt auch neue Bauaufgaben in die Stadt, wie etwa den Typ des „Warenhauses“. Es werden regelrechte „Konsumtempel“ errichtet, die die Pariser und Londoner Kaufhauskultur nun auch nach Wien bringen.
Die Architekten schaffen mit zukunftsweisenden, neuen Konstruktionen und modernster Technik einen Ort der Verzauberung und des Glücks, der das Einkaufen zu einem Erlebnis macht.

Im Zuge dieser Arbeit wird die Bauaufgabe des Warenhauses in der Wiener Innenstadt vom Beginn der Blütezeit, in der Mitte des 19. Jahrhunderts, bis zum Stillstand im Ersten Weltkrieg, anhand einiger Beispielbauwerke, analysiert und erläutert.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER TU Wien

Badeanstalten – Juwelen der Nachkriegsmoderne: Typologien und regionale Eigenheiten in der Entwicklung des Hallenbäderbaus nach 1945 in Österreich
Victoria PICHLER
2019 SS – 2020 WS

Das Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 und die Zunahme an Freizeit bewirkten einen Wandel des Stellenwertes von Bädern in Österreich: Anstelle ihrer Hauptfunktion als Ort für Körperhygiene, die wiederum durch die zunehmende Ausstattung von Duschen und Badewannen im eigenen Heim abgelöst wurde, gewann deren Freizeitcharakter immer mehr an Bedeutung und schon bald galten sie weitgehend als Ort der Erholung. Diese Entwicklung veranlasste nicht nur die Rekonstruktion, sowie Sanierung etlicher im Krieg beschädigter und teils zerstörter Bäder, sondern vermehrt die Errichtung unzähliger Badeanstalten in den Nachkriegsjahren. Das Bäderkonzept, welches 1968 beschlossen wurde, rief eine rasche Zunahme der Errichtung städtischer Hallenbäder in Wien hervor, doch bereits in den Jahren davor wurden zahlreiche Bäder in ganz Österreich gebaut, die bis heute noch von großer Bedeutung sind. Die Akteure des Hallenbäderbaus – mitunter Friedrich Florian Grünberger, Ferdinand Schuster, Herta Rottleuthner-Frauneder und Roland Rainer – prägten diese Zeit mit ihren Entwürfen. Nur wenig später, im Jahr 1974, folgte dem Bäderkonzept überdies das Bestandsbäderkonzept als weiteres Resultat dieser Entwicklung.

Im ersten Schritt der Arbeit soll der Stellenwert der Freizeit und der Wandel in Österreich in den Jahren nach 1945 behandelt werden. Des Weiteren sollen relevante Rekonstruktionen und Sanierungen aus der Zeit des Wiederaufbaus untersucht werden. Mittels ausgewählter Werke sollen die diversen Typologien im Hallenbäderbau der Nachkriegsmoderne aufgezeigt und in Vergleich zueinander gesetzt werden. Parallelen, sowie Unterschiede und Gegensätze in den Entwicklungen in den Jahren von 1945 bis 1979 sollen dargelegt werden. Darüber hinaus soll der Fokus auf dem Einfluss der Topografie und externen Gegebenheiten auf regionale Eigenheiten – mitunter in Hinblick auf die Tragkonstruktion und verwendeten (Oberflächen-)Materialien – liegen. Abschließend soll der gegenwärtige Umgang mit Hallenbädern der Nachkriegszeit behandelt werden: Unterschutzstellungen diverser Hallenbäder in den vergangenen Jahren zeigen bereits die zunehmende Würdigung und Akzeptanz von Bauten dieser Zeit. Demgegenüber stehen jedoch zahlreiche bereits zerstörte, sowie abbruchgefährdete Badeanstalten. In Anbetracht dessen sollen mögliche Maßnahmen im Umgang mit diesen Bauten die Wertschätzung der Hallenbäder der Nachkriegsmoderne stützen.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER TU Wien

Studien über Santiago Sierra: Der antagonistische Kontext des nackten Lebens in der modernen Gesellschaft
DaWoon JUNG
2019 SS

Der 1966 geborene Konzeptkünstler Santiago Serra wird in vielen seiner Werke zum Arbeitgeber. Gegenüber Arbeitern in kapitalistischen Systemen demonstriert er seine Macht und zeigt anhand seiner Kunstprojekte, wie sie ausgenutzt werden. Meine Studie untersucht die kausale Beziehung und die Beziehung zwischen antagonistischen Werken. Menschen, die Teile seiner Werke sind, sollen in Analogie zu Giorgio Agambens Theorie „des nackten Lebens“ als rechtlich oder institutionell von der Gesellschaft Ausgeschlossene thematisiert werden.
In den 1990er Jahren wurde in der Kunst der Bezug zum Publikum gesucht. Als Reaktion auf diese Entwicklung hin zu partizipatorischen Künsten möchte ich die Kommunikation zwischen seiner Arbeit und dem Publikum und ihre Rezeptionsgeschichte untersuchen. Ich werde die zu Grunde liegenden sozialen und politischen Theorien aufzeigen, wie der Prozess des Austauschs von Gedanken und Meinungen des Publikums über Themen, die unangenehm sind, aber tatsächlich in unserer Gesellschaft auftreten aussieht und ferner, wie dies unsere Demokratie beeinflusst.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER Uni Wien

Denkmäler der Revolution aus dem ehemaligen Jugoslavien, am Beispiel von Bosnien und Herzegovina
Melisa ČOVIĆ
2019 SS

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Nach Ende des Zweiten Weltkrieges und dem erfolgreichen Volksbefreiungskrieg gegen den Faschismus wurden zwischen 1945 und 1980 im ehemaligen Jugoslawien im Auftrag der Vereinigung der Veteranen des Volksbefreiungskrieges (Veteranenbund) mehr als 1000 Denkmäler errichtet. Diese sollten der Opfer des Faschismus gedenken und zugleich die Zukunft und Freiheit der Sozialistischen Föderativen Republik symbolisieren. Es galt eine neue Architektursprache, abseits jedweder Ideologien, ohne Bezugnahme auf eine Kriegsheldenverehrung oder Religion zu entwickeln. Die Denkmäler sollten jedem einzelnen Bewohner Jugoslawiens gehören und wurden als Ausdruck der Revolution, welche einen kollektiven Optimismus vermittelte, gesehen.

In der vorliegenden Arbeit wird untersucht, inwiefern dieser Gedanke in den in Bosnien und Herzegowina errichteten Denkmälern zum Tragen kommt und wie sich der Umgang mit diesen, einst und heute, nach dem Zerfall Jugoslawiens, gestaltete bzw. gestaltet.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER TU Wien

Roland Rainers Wiener Stadthalle
Theresa KNOSP
2019 SS – 2020 WS

Im Juni 1958 wurde die nach Plänen von Roland Rainer errichtete Wiener Stadthalle feierlich eröffnet. Sechzig Jahre später gab im November 2018 Finanzstadtrat Peter Hanke bekannt, dass die Stadthalle als Veranstaltungsort von einer neuen Event-Arena abgelöst werden soll. Im Jänner diesen Jahres wurde das neue Großprojekt mit dem Fokus auf Neu Marx als geeigneten Standort konkreter – und die Frage nach Nachnutzungskonzepten für den alten Bau immer lauter.

Umso verwunderlicher scheint es, dass zur Entstehungsgeschichte der Stadthalle noch keine Forschungsarbeit vorgenommen wurde.

Der Bau der Stadthalle spielte im Leben Roland Rainers eine wichtige Rolle. Einerseits bedeutete der Großauftrag, den er im Alter von 42 Jahren erhielt, einen Aufschwung in seiner Karriere als Architekt, andererseits beschäftigte ihn der Stadthallenkomplex mit seinen verschiedensten Erweiterungsprojekten über fünf Jahrzehnte hindurch, bis in seine letzten Lebensjahre.

2015 wurde der Nachlass Roland Rainers an das Architekturzentrum Wien übergeben – und mit ihm eine große Menge an Planmaterial zu verschiedensten Bau- und Erweiterungsphasen der Stadthalle. Im Zuge einer Diplomarbeit sollen diese Planunterlagen erstmalig aufgearbeitet werden, um die Baugeschichte, beginnend mit dem Wettbewerb 1952, zu erfassen und klar zu umreißen. Dazu gehört unter anderem die Frage, welche Bauteile der heute bestehenden Anlage welcher Planungsphase angehören und wie sich der ausgeführte Bau vom eingereichten Wettbewerbsprojekt, welches mit dem Entwurf Alvar Aaltos ex aequo erstgereiht wurde, unterscheidet.

Weiters soll geklärt werden, was vom Ursprungszustand des Stadthallenkomplexes von 1958 heute noch erhalten ist, welche Teile des Baus unter Denkmalschutz stehen und wie die aktuelle Nutzung aussieht.

Schlussendlich soll die Wiener Stadthalle kontextualiesiert werden – sowohl im Oeuvre Rainers als auch im internationalen Baugeschehen der 1950er- und 60er Jahre.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER TU Wien

Bauhaus – Rezeption in der Wiener Moderne
Wolfgang HEIN
2019 SS – 2022 WS

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER Uni Wien

Das maurische Spanien – Rezeption maurischer Architektur in ausgewählten Ländern Europas am Beispiel von Reiseberichten aus den Jahren 1494-1920
Valerio ALVAREZ
2019 SS

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Ziel dieser Arbeit ist es, die Rezeption maurischer Architektur in Europa, genauer in Österreich, England, Italien und Frankreich, zu vergleichen. Am Beispiel von Reiseberichten, die eine Zeitspanne von 450 Jahren umfassen, soll das Thema des europäischen Orientalismus abgehandelt werden, um zu ergründen, wie sich dieses Phänomen in der heutigen Architektur manifestiert. Ausgangspunkt hierfür bildet das maurische Spanien mit seiner langen Geschichte und Tradition.
Nach einer historischen Einführung (Kapitel 1), die sich mit dem Westgotischen Spanien und der Einnahme durch die Mauren befasst, widmet sich der nächste Abschnitt (Kapitel 2) dem islamischen Spanien. Hierbei werden die Koexistenz der drei großen Weltreligionen, die Vermischung der Kulturen und die Einführung einer neuen Formensprache vor dem Hintergrund politischer Ereignisse bis hin zum Zerfall des maurischen Reiches und der Reconquista besprochen. Kapitel 3 befasst sich mit dem „neuen Spanien“, das neben Griechenland und Italien, nun auch zum gefragten Reiseziel für Kunsthistoriker und Abenteuerlustige wird. Studienreisen und Reiseberichte, darunter zwei sehr frühe Texte, bieten einen spannenden Einblick in diese für Europäer fremde Kultur. Im Kapitel 4 wird ausführlich auf den europäischen Orientalismus eingegangen, der maßgebend vom malerischen, romantischen Spanien ausging. Hauptaugenmerk liegt auf der englischsprachigen Reiseliteratur, die an Hand einiger ausgewählter Vertreter näher veranschaulicht wird. In der deutschsprachigen Reiseliteratur spielen die Kunsthistoriker Carl Justi und Erica Tietze-Conrat eine zentrale Rolle. Abschließend wird die Rezeption der maurischen Kultur im Ausland an Hand einiger wichtiger Veranstaltungen und Ausstellungen dargelegt. Kapitel 5 behandelt die Wahrnehmung maurischer Architektur in Italien, Frankreich, England und Österreich und thematisiert den Eurozentrismus. An ausgewählten Beispielen der Architektur wird der „orientalisierende“ Einfluss analysiert. In einem Resümee und Ausblick wird schlussendlich Spaniens komplizierte Beziehung zu seinem maurischen Erbe, damals sowie heute, näher beleuchtet

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER TU Wien

Der Beitrag der Architektin Helene Koller-Buchwieser zum Wohnbau der Nachkriegsmoderne
Christina ZESSNER - SPITZENBERG
2019 WS – 2022 WS

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Helene Koller-Buchwieser (1912-2008) ist eine Wiener Architektin, deren Werk bislang kaum erforscht wurde. Obwohl sie beim Wiederaufbau Wiens, wie bei den Sicherungsarbeiten des zerbombten Stephansdoms ein zentrale Rolle gespielt und einen wichtigen Beitrag zum kommunalen und privaten Wohnbau der Nachkriegszeit geleistet hat, wurde sie von der Forschung nicht beachtet. Die Gründe dafür sind auch geschlechtsspezifisch: Obwohl sich das allgemeine Forschungsinteresse des letzten Jahrzehnts verstärkt mit der Architektur der Nachkriegsmoderne in Österreich befasst hat, konzentrierten sich die Untersuchungen auf bekannte Architektennamen wie Roland Rainer oder Erich Boltenstern. Frauen kommen in den Publikationen kaum vor, und wenn, dann als Büropartnerinnen oder Mitarbeiterinnen, kaum jedoch als selbständig planende Architektinnen. Koller-Buchwieser zählt immerhin zur ersten Generation von Architektinnen, die 1937 an der Technischen Hochschule erfolgreich ein Studium absolvierte und ein beachtliches Lebenswerk hinterlassen hat. Ab den frühen 1950er Jahren führte sie als befugte Zivilingenieurin ein eigenes Büro und beteiligte sich an nationalen wie internationalen Wettbewerben.

In meiner Masterarbeit möchte ich mich mit Koller-Buchwiesers Wohnbau von 1950 bis 1980 befassen. In Fallstudien sollen die unterschiedlichen Typologien (Blockrandbebauung, Zeilenbau, Siedlungsbau und Atelierhaus) besprochen werden. In diesem Zusammenhang gilt es zu untersuchen, inwiefern sie sich bei diesen Wohnbauten mit den jeweiligen sozialen und gesellschaftspolitischen Gegebenheiten der Nachkriegszeit auseinandergesetzt und welche Lösungen sie dabei erarbeitet hat. Neben Fragen nach der städtebaulichen Lage oder der ästhetischen Gestaltung der jeweiligen Wohnbauten sind die Erschließungen und Grundrisslösungen zu analysieren. Darüber hinaus gilt es das Oeuvre der Architektin auch zeithistorisch zu kontextualisieren und ihre Wohnbauten mit anderen, zeitgleichen Bauten österreichischer und internationaler Architektinnen und Architekten zu vergleichen.

Die reichhaltige Primärquellenlage wird durch einen extremen Mangel an Forschungsliteratur kontrastiert. Deshalb werden in dieser Masterarbeit viele Bauten Koller-Buchwiesers erstmals genauer untersucht, beschrieben und bewertet werden.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER Uni Wien

Gegenüberstellung des holländischen Klassizismus und englischen Palladianismus.
Der architektonische Vergleich eines niederländischen Stadtpalais mit einem englischen Palazzo.

Melanie STROBL
2018 WS

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Die Entstehung der Architekturstile holländischer Klassizismus und englischer Palladianismus sind von besonderem Interesse, da sie im Gegensatz zur kunstgeschichtlichen Epoche des Klassizismus (1770–1840) bereits zu Beginn des 17. Jahrhunderts entwickelt wurden. In der vorliegenden Diplomarbeit wird das Ziel angestrebt, die verschiedenen Ursachen für die Hinwendung zu einem neuen Architekturstil in den Vereinigten Niederlanden und in England des 17. Jahrhunderts herauszuarbeiten und zu begründen.

Dieser Ausgangspunkt führte zu folgender Forschungsfrage: Inwieweit führten in den Vereinigten Niederlanden und in England des 17. Jahrhunderts kulturelle, wirtschaftliche und politische Hintergründe zur Entstehung eines neuen Architekturstils und welche Parallelitäten lassen sich dabei zwischen dem holländischen Klassizismus und dem beinahe zeitgleich aufkommenden englischen Palladianismus aufweisen?

Zur Beantwortung der Forschungsfrage dient die Analyse zweier Bauaufgaben, das Mauritshuis in Den Haag und das Banqueting House in London. Beide Bauwerke, sowie deren Baustile werden im Laufe der wissenschaftlichen Arbeit anhand einer Architekturbeschreibung eingehend erforscht und einander gegenübergestellt, um mögliche Parallelitäten aber auch Disparitäten der beiden Architekturstile aufweisen zu können.

Betreut von:
Oliver SUKROW

Leben, Wohnen, Arbeiten: Die Architektur von Leo Hermann (1918-2011)
Laura FUCHS
2018 WS – 2020 WS

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Leo Hermanns Architektur hat bislang wenig Aufmerksamkeit erhalten, obwohl er prominente Bauten geschaffen hat, die noch heute im städtischen und ländlichen Raum Vorarlbergs vorzufinden sind. Hermann wurde 1918 in Wien geboren und wuchs in Dornbirn auf, wo er nach seinem Studium in Graz ein Architekturbüro gründete.

Der Forschungsschwerpunkt der Arbeit liegt auf Hermanns baulicher Tätigkeit im Bereich Schul-, Verwaltungs-, Gesundheits- und Sakralbau in den Jahren 1957-1977. Zu seinen verwirklichten Bauten gehören unter anderem die Arbeiterkammer Bludenz, das Landeskrankenhaus Rankweil, die Volksschule Schwarzenberg, die Eislaufbahn Schoren, die Friedhofskapelle Rohrbach und das Erholungsheim Rütte. Ziel der Arbeit ist, ein Bewusstsein für Hermanns architektonisches Werk zu schaffen und dieses in den Vorarlbergischen Architekturkontext einzuordnen.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER Uni Wien

Zum Leben und Werk der Architektin Edith Lassmann (1920–2007)
Alexandra KRAUS
2018 WS – 2019 WS

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In dieser Arbeit setze ich mich mit dem Leben, Werken und Wirken der Wiener Architektin Edith Lassmann (1920–2007) auseinander. Dabei möchte ich den Fokus auf die Frage legen, wie Lassmann, als eine der Pionierinnen ihrer Zeit, die Architekturszene mitgeformt und die damaligen Strömungen und Anforderungen der Wiederaufbauarchitektur in ihren Werken interpretiert hat.

Als Vorbereitung zu meiner Arbeit habe ich im Architekturzentrum Wien die Aufarbeitung ihres Nachlasses begonnen und so aus erster Hand erfahren, wie vielschichtig, vielfältig und innovativ Lassmanns Leistungen als Architektin sind.

Im ersten Teil meiner Arbeit befasse ich mich mit Edith Lassmanns Leben und beruflichem Werdegang, insbesondere mit ihrem Wirken als Architektin in einem männlich dominierten beruflichen Umfeld. Hierbei möchte ich sowohl auf ihren Entwurf und ihre planerische Tätigkeit beim Bau des Kraftwerks Kaprun (1955) als auch auf ihre Dissertation, ihre Publikationen und ihren Beitrag zur Architekturgeschichte eingehen. Im zweiten Teil widme ich mich, nach Bauaufgaben sortiert, einer Auswahl von Lassmanns Projekten, sowohl mit verwirklichten als auch mit rein planerischen, und gebe einen generellen Überblick über ihr umfangreiches und breitgefächertes Schaffen.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER TU Wien

Durchhäuser – Wiener Geheimgänge
Anela PRELDZIC
2018 WS – 2019 WS

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Durchhäuser haben im Wiener Stadtgefüge eine besondere Bedeutung. Als Durchhaus oder Durchgangshaus bezeichnet man ein Haus, das zwischen zwei parallel verlaufenden Straßen liegt und von beiden Seiten her betretbar ist. Es ist ein langgestreckter, meist enger Durchgang, der von einer Straße zur anderen benutzt werden kann, wodurch sich häufig zeitraubende Umwege erübrigen. Es kann sowohl der überbaute Durchlass durch ein Gebäude sein, als auch ein Gebäude selbst. „Durchhaus – so sagte man im Volksmund, um Örtlichkeiten zu bezeichnen, an denen ein ständiges Kommen und Gehen herrscht“. Alle Arten von Durchhäusern zeichnen sich dadurch aus, dass sie direkte Wegführungen erlauben, ohne bebauten Raum zu verschenken. Man versteht damit ein und dieselbe Parzelle, die dem Verkehr, Gewerbe oder Wohnen dient. Hier ist die fußläufige Erreichbarkeit von Einrichtungen des täglichen Bedarfs von zentraler Bedeutung. Darüber hinaus vermitteln sie auch Ruhe und Geborgenheit als Kontrast zum Straßenlärm.

Die Mode der Einkaufspassagen, die sich in vielen Großstädten, wie zum Beispiel in London, Mailand oder Paris findet, konnte sich in Wien nicht durchsetzen. Allenfalls die lokale Besonderheit der Wiener Durchhäuser lässt sich architektonisch mit Passagen vergleichen. Sie gehen jedoch auf eine mittelalterliche Bauweise zurück und führen nicht den Glanz einer Warenwelt vor Augen, sondern eher die Hinterhofatmosphäre der Wohnhäuser. In Wien gibt es ca. 144 Durchhäuser, die öffentlich zugänglich sind.

Fast in jedem Jahrhundert bis um 1900 kamen neue hinzu. Diese Bebauungsformen waren dringend notwendig, weil durch die Wiener Stadtmauer der Platz in der Stadt immer begrenzter war. Die heutigen Durchhäuser laden zum Besuchen, Flanieren und Verweilen ein. Sie bieten vielfach reizvolle Einblicke und Ausblicke in die historischen Innenhöfe und die alten Hauszugänge. Hier entdeckt man schöne Fassaden, Innengärten, versteckte Galerien und Cafés. Viele markante Beispiele finden sich in den Wiener Innenbezirken. Zu den bekanntesten zählen die Ferstelpassage, der Sünnhof, der Raimundhof, das Schottendurchhaus oder die Durchhäuser zur Wollzeile.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER TU Wien

Vienna InterContinental / Walter Jaksch
Martina MACHL
2017 WS

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Die Diplomarbeit dokumentiert das im März 1964 eröffnete Hotel Vienna InterContinental am Wiener Heumarkt und den Beitrag Walter Jakschs (1912-1998) zu diesem Projekt.

Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Ausarbeitung des architektonischen und soziokulturellen Wertes dieses Gebäudekomplexes, der das Eislaufareal sowie das Gebäude des Hotels Vienna InterContinental – das als 23. Hotel der internationalen Kette InterContinental Hotels Group, einer Tochtergesellschaft der Pan American World Airways, errichtet wurde – umfasst. Geplant von den amerikanischen Architekten Holabird & Root und den österreichischen Partnern Carl Appel und Walter Jaksch, baute man einen neuen Hoteltypus. Mit einer Größenordnung von 500 Zimmern und dem amerikanischen Auftraggeber und Betreiber holte man einen noch nie dagewesen internationalen Standard nach Wien.

Innovatives Raumprogramm, moderne Formensprache, elegante Ausstattung, internationaler Flair, neue Materialien, zahlreiche technische Innovationen und rationelle Konstruktionsmethoden werden beschrieben und in Kontext zu Wiener Hotelbauten dieser Zeit gesetzt. Durch den Vergleich soll der besondere Stellenwert dieses neuartigen Hoteltypus aufgezeigt werden. Ein weiterer Punkt widmet sich dem aktuellen Diskurs über die Gestaltung des Heumarkts.

Grundlage für diese Diplomarbeit bilden der Nachlass von Walter Jaksch sowie historische Planbestände des Hotels Vienna InterContinental, die sich im Archiv des Architekturzentrums Wien befinden.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER TU Wien

Bauen für das moderne Burgenland – Das Frühwerk der Architekten Matthias Szauer und Herwig Udo Graf
Johann GALLIS
2018 SS – 2020 WS

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Dem Burgenland, dem jüngsten Bundesland Österreichs, mangelte es noch Ende der 1950er Jahre an einer ausreichenden öffentlichen Infrastruktur. Trotz einer ersten Aufbauphase in der Zwischenkriegszeit und in den Jahren nach 1945 wirkte der Verlust historischer Zentren, welche 1921 bei Ungarn verblieben, immer noch nach. In vielen Bereichen lag daher der Standard des vorwiegend agrarisch geprägten Landstriches – nicht zuletzt auch aufgrund der geographischen Lage am Eisernen Vorhang – weit unter dem österreichischen Durchschnitt.

Erst durch eine sukzessive Verbesserung der wirtschaftlichen Lage, aber vor allem durch einen politischen Umbruch – 1964 stellte die SPÖ mit Hans Bögl erstmals den Landeshauptmann, 1966 folgte ihm Theodor Kery nach – machte sich in den 1960er Jahren eine bis dahin ungekannte Aufbruchsstimmung bemerkbar. Mit einem ehrgeizigen öffentlichen Investitionsprogramm sollte der Abstand zu den restlichen Bundesländern abgebaut werden. Diese Modernisierungsoffensive manifestierte sich neben einem Straßenbauprogramm vor allem in der Errichtung der öffentlichen Infrastruktur. Schulen, Gemeindeämter, Krankenhäuser, Hallenbäder und nicht zuletzt Kulturzentren sollten den Burgenländerinnen und Burgenländern dieselben bildungspolitischen, gesellschaftlichen und kulturellen Möglichkeiten wie im restlichen Österreich bieten und gleichzeitig der Region eine neue, moderne bauliche Identität verleihen.

Dieses Klima des Aufbruchs, welches für Bauschaffende in der Region ein großes Betätigungsfeld öffnete, verstanden die Mitte der 1960er Jahre nach Abschluss ihrer Studien ins Burgenland zurückgekehrten Architekten Matthias Szauer und Herwig Udo Graf wie keine anderen zu nutzen. Durch die Teilnahme an zahlreichen Wettbewerben und beste Kontakte in Politik und Wirtschaft etablierten sich die Büros rasch und zählten in den 1970er Jahren zu den meist beschäftigen der Region.

Architektonisch orientierten sich sowohl Szauer wie auch Graf an internationalen Tendenzen, vor allem an der Schweizer Sichtbetonarchitektur dieser Zeit, welche heute oftmals als Brutalismus bezeichnet wird. An erster Stelle waren es öffentliche Gebäude, welche in Form plastischer schalreiner Sichtbetonbauten von den Architekten entworfen wurden. Der Brutalismus wurde dadurch zu so etwas wie einem „offiziellen Stil“ in der Region, in welchem sich die Aufbruchsstimmung, die Modernisierungsoffensive und nicht zuletzt der Versuch dem Landstrich eine neue bauliche Identität zu verleihen baulich manifestierte.

Mit einem Rückgang der öffentlichen Bautätigkeit und veränderten gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingung endete diese Phase zu Beginn der 1980er Jahre, was auch dazu führte, dass die Büros von Szauer und Graf ihre Aktivitäten in andere Felder verlagern mussten.

Inhalt der Arbeit wird es sein, das Frühwerk von Szauer und Graf aus dem Zeitraum 1965-80 im Kontext der Modernisierungs- und Aufbruchsphase des Burgenlandes darzustellen. Beginnend mit einem Grundlagenteil, in welchem einerseits die historischen Rahmenbedingungen und andererseits die biografischen Informationen über die Architekten und deren Büros dargestellt werden, sollen in einem Hauptteil nach Bauaufgaben unterteilt ausgewählte Objekte von Szauer und Graf näher analysiert und eingeordnet werden. Ein Schwerpunkt liegt hier im Bereich des Schulbaus sowie der Entwicklung der Typologie der burgenländischen Kulturzentren. In einem dritten Teil soll auf die zeitgenössische und aktuelle Rezeption eingegangen werden. Ein Gesamtwerkverzeichnis der beiden Architekten bildet den Abschluss der Arbeit.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER Uni Wien

Das Faniteum – Eine baugeschichtliche Analyse
Doris HOLZAPFEL
2018 SS

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Diese Diplomarbeit befasst sich mit dem Karmelitinnen-Kloster, auch Faniteum genannt. Das Faniteum befindet sich im 13. Wiener Gemeindebezirk, Hanschweg 1. Anstelle des zwischen 1894 und 1896, in Anlehnung an den toskanischen Stil des 15. Jahrhunderts, erbauten Gebäudes war ursprünglich ein Wohnsitz für den Bauherrn Karl Graf Lanckoroński und seine zweite Ehefrau Franziska, genannt Fanita, vorgesehen. Diese verstarb jedoch nach einem Jahr Ehe, woraufhin Lanckoroński das Faniteum als Mausoleum plante und den Namen ihr zu Ehren wählte. Da jedoch die Wiener Begräbnisvorschriften ein Privatmausoleum verboten, blieb die Krypta leer. 1898 verpachtete Lanckoroński das Gebäude an die Stadt Wien, von der die Anlage als Mädchenrekonvaleszentenheim verwendet wurde. Im Laufe der Zeit gab es immer wieder andere Funktionen für das Faniteum. Während des Ersten Weltkrieges diente es beispielsweise als Lazarett, in der Zwischenkriegszeit als Kindererholungsheim, von 1948 bis 1954 als Kinderheim, schließlich stand es lange leer, bis es 1974 seine endgültige Nutzung als Kloster fand. Architekt des Faniteums war Emanuel La Roche, der wegen seiner guten Kenntnis der italienischen Renaissance vom Bauherrn gewählt wurde. Bei späteren Änderungen unterstützte ihn der Architekt Amand Bauqué. Erweiterungen und Umgestaltungen im Jahr 1977 wurden von Walter Hildebrand durchgeführt.

In der Masterarbeit wird das Gebäude baugeschichtlich analysiert. Hierbei sollen unter anderem auch die Einflüsse des Bauherrn auf das Gebäude untersucht und das Faniteum mit ähnlichen Beispielen verglichen werden, im Besonderen im Hinblick auf den toskanischen Stil des 15. Jahrhunderts. Bei diesem Teil der Arbeit wird auch die Rolle des Architekten analysiert. Weiters soll die Arbeit die Bedeutung des Faniteums als Mausoleum behandeln.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER TU Wien

Siedler im Block. Der Winarskyhof als Superblock des Österreichischen Verbandes für Siedlungs- und Kleingartenwesen
Claudia LINGENHÖL
2017 – 2020

Die Wohnbauten des Roten Wien prägen aufgrund ihrer großen Anzahl noch heute das Stadtbild. Durch das Ausmaß des Wohnbauprogrammes war auch der Grundkonflikt zwischen Siedlungs- und Blockrandvertretern ein zentraler, der sowohl eine ökonomische als auch eine ideologische Ebene betraf. Bemerkenswert ist daher der zwischen 1924 und 1926 im 20. Wiener Gemeindebezirk Brigittenau errichtete Winarskyhof, der mit seinen 760 Wohnungen den damals größten kommunalen Gemeindebau darstellte. Als Auftrag des ÖVSK, des Österreichischen Verbandes für Siedlungs- und Kleingartenwesen, wurde er von neun der bekanntesten Architekten dieser Zeit geplant – Josef Hoffmann, Peter Behrens, Josef Frank, Oskar Strnad, Oskar Wlach, Margarete Lihotzky, Adolf Loos, Franz Schuster und Karl Dirnhuber. Der im Verhältnis zu seiner Größe und der Prominenz der beteiligten Architekten geringe Stellenwert in der Forschung trägt zu der Frage bei, inwiefern die Ideale des ÖVSK und seiner Architekten in diesem Bau verwirklicht werden konnten.

Die Arbeit befasst sich daher in einem ersten Schritt mit den sozialpolitischen und planungsgeschichtlichen Voraussetzungen. Der Fokus soll dabei auf dem Konflikt zwischen Siedlungs- und Blockrandvertretern und den ihnen zugrundeliegenden Grundsätzen, sowie auf den vom ÖVSK als Hochbaualternativen vorgeschlagenen Gegenprojekten liegen.

Der zweite Teil analysiert die städtebauliche Konzeption der Gesamtanlage des Winarskyhofes und ordnet ihn mithilfe von Vergleichen in den Kontext der Gemeindebauten dieser Zeit ein. Zudem soll eine Analyse der von der Gemeinde Wien herausgegebenen Eröffnungsschrift Aufschluss über den Aspekt der Intention und Inszenierung geben.

In einem dritten Teil der Arbeit werden die Bauabschnitte unter den funktionalen und repräsentativen Aspekten des Wohnens analysiert und verglichen. Um sie ins Werk des jeweiligen Architekten einordnen zu können, bezieht dieser Abschnitt – neben anderen Gemeindebauten dieser Zeit – Vergleiche mit früheren Planungen anderer Gemeindebauten der Architekten mit ein.

Neben der Literaturrecherche stützt sich die Arbeit primär auf die Analyse der Einreichpläne und der – aufgrund tiefgreifender Veränderungen – historischen Fotografien, sowie auf detaillierte Vergleiche mit anderen Gemeindebauten.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER Uni Wien

Wi(e)der Aufbau?! Die Aufbau-Architektur der 1950er und 1960er Jahre an der Wiener Ringstraße. Exemplarische Bauten und ihre architekturhistorische Betrachtung.
Laura BEIGLBÖCK
2017 SS

Die Masterarbeit behandelt die Architektur der Fünfziger und Sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts entlang der Wiener Ringstraße. Das Vorhaben beschränkt sich auf eine Auswahl von drei Gebäuden:

– Opernringhof von Carl Appel und Georg Lippert (1955-56, Opernring 1-5, ehem. Heinrichhof)
– Gartenbaugebäude von Erich Boltenstern und Kurt Schlauss (1960-63, Parkring 12, ehem. Palais der Gartenbaugesellschaft)
– Leopold-Figl-Hof von Josef Vytiska (1963-67, Morzinplatz 4, ehem. Hotel Métropole)

Von diesen werden jeweils der Ursprungsbau aus der Zeit des Historismus und das moderne Nachfolgeprojekt architekturhistorisch untersucht. Anhand der Beispiele lassen sich, abgesehen von der prekären sozialen und ökonomischen Lage (Stichwort: „Wohnungsnot“) mit denen sich die Architekten in der Zeit des Wiederaufbaus nach 1945 konfrontiert sahen, Architektur- sowie Stiltendenzen aufzeigen, die die unverwechselbaren Ausdrucksformen dieser Jahrzehnte widerspiegeln.

In der Zeit der 1950er und 1960er Jahre entstand an der Ringstraße eine Architektur die zwischen einer Tradition der Wiener Moderne und Neuorientierung oszillierte und die Homogenität des historistischen Boulevards durchbrach. Die öffentliche Diskussion über die Bedrohung der Ringstraße durch diese neuen Bauten manifestierte sich ferner im Widerstand gegen die drei dargestellten Projekte und steht ebenso im Fokus. Das heutige Verständnis gegenüber einer Bauleistung aus der Nachkriegszeit konnte sich hinsichtlich der Rezeption zur Zeit ihrer Entstehung wandeln und so lässt sich sukzessive eine anerkennende Haltung gegenüber dem Zeitstil, einer als architekturfeindlich abgetanen Ära, konstatieren.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER Uni Wien

Die ungarische CIAM-Gruppe 1929-1938
Zita RUTTMAYER
2021 WS – 2022 WS

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Die ungarische Gruppe der CIAM (Congrès Internationaux d’Architecture Moderne) wurde 1929, nach dem Kongress in Frankfurt, unter der Leitung von Farkas Molnár gegründet. Der zweite Delegat war nach der Ausscheidung von György Masirevich d. J. József Fischer. Ihre erste, bis 1932 dauernde Phase, zeichnet sich durch aktive politische Arbeit aus, in der die Gruppe viel publizierte und Ausstellungen organisierte. Sie setzte sich für moderne und funktionelle Architektur ein und propagierte die Wichtigkeit der Errichtung von Kleinwohnungen, vor allem für die sozial bedürftigen Gesellschaftsschichten. In dieser Arbeit wird auf diese Phase näher eingegangen, in der auch Planungen für ein Kollektivhaus entstanden sind. Die Idee des Kollektivhauses sah eine Verbindung zwischen den Vorteilen des kollektiven Zusammenwohnens mehrerer Familien und der Möglichkeit des individuellen Rückzugs vor. Ihre drei Ausstellungen (1931, März 1932, September 1932) werden ebenso behandelt und es wird untersucht, welchen Einfluss die Werkbund-Ausstellungen auf diese ausgeübt haben. Es werden die OTI-Miethäuser am heutigen II. János Pál Pápa Platz vorgestellt und erforscht, inwiefern die Architekten ihre theoretischen Überlegungen zu Kleinwohnungen in der Praxis umsetzen konnten.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER Uni Wien

„Aus´gsteckt is“ Zum Bautyp des Wiener Heurigen
Isabelle HATWAGNER
2016 WS – 2017 WS

In der vorliegenden Arbeit wird die Entwicklung des Wiener Heurigen und die damit verbundene Wiener Heurigenkultur aus architektonischer Sicht untersucht.Die Einführung in die Thematik bildet die Geschichte des Wiener Weinbaus und dessen einzigartige geographische Lage in einem von pannonischen, kontinentalen und mediterranen klimatischen Einflüssen geprägten Raum. Im Anschluss wird der Terminus Heuriger im Hinblick auf Etymologie, Betriebsumfang und gesetzliche Rahmenbedingungen bezugnehmend auf Wien erläutert, um eine korrekte Auswahl der zu untersuchenden Gebäude für diese Arbeit zu gewährleisten. Darauf folgt ein historischer Rückblick, um die Ursprünge des Wiener Heurigen in baulicher Hinsicht aufzuzeigen und seine spätere Entwicklung zu verdeutlichen.

Das primäre Ziel der Arbeit ist es zu erforschen, ob aus den existierenden Wiener Heurigen ein verbindlicher Bautyp abgeleitet werden kann und welche Merkmale dafür ausschlaggebend sind. Hierzu werden verschiedene Heurigen in Wien exemplarisch herangezogen, um Gemeinsamkeiten in deren architektonischer und funktioneller Gestaltung zu analysieren. Obwohl sich gegenwärtig unter dem Schlagwort Heuriger ein weiter Bogen von sogenannten „Nobelheurigen“ bis hin zu ausgeprägten Tourismusbetrieben spannt, sind trotz der unterschiedlichen kommerziellen Ausrichtung des jeweiligen Gebäudes dennoch wesentliche architektonische Analogien zu erkennen.

Als Forschungsmethode dient die Einsicht in Bauakten und die entsprechenden Baupläne, Fotographien, diverse schriftliche Quellen, Interviews mit den jeweiligen Heurigenbetreibern sowie deren Besuchern. Bisherige Forschungsarbeiten zur Thematik der Wiener Heurigen betrafen lediglich die Bereiche Tourismus, Ausschank und Weinbau. Die aus dieser Arbeit resultierenden Erkenntnisse sollen, sowohl der Architektur selbst als auch den Heurigenbetrieben den Weg für zukünftige Entwicklungen weisen, um die architektonische Identität des Wiener Heurigen zu bewahren

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER TU Wien

Das WUK. Die Baugeschichte von der Fabrik – zur Schule – zum Kulturzentrum
Susanne BAUME
2016 WS – 2017 WS

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Die Arbeit behandelt die Baugeschichte des WUK. Von den ersten Gebäuden der Maschinenfabrik zu Beginn des 19. Jahrhunderts bis zum heutigen Gebäude in der Währinger Straße fanden von städtebaulichen bis hin zu kleinen räumlichen Veränderungen viele Entwicklungen statt. Die Diplomarbeit soll diese entwirren und somit die abwechslungsreiche Baugeschichte des heutigen WUK näherbringen. Die Arbeit ist in drei Teile gegliedert. Diese folgen der Chronologie der Baugeschichte und sind durch die diversen Nutzungen abgegrenzt, da diese unterschiedliche Qualitäten von dem Gebäude einfordern und es verändern. Dem ersten Teil sind allgemeine Grundlagen zur Einordnung in den architektonischen Kontext und Bautypus vorangestellt.

Der erste Teil widmet sich den Anfängen des heutigen WUK als Fabrik. So wird allgemein auf den Beginn von Industriearchitektur in England, Österreich und, im Speziellen, Wien eingegangen, als Basis für die von Karl Tietz gebauten Trakte des Komplexes. Schließlich werden die städtische Entwicklung des Gebiets Michelbeuern als Grundlage der allgemeinen Baugeschichte vorangestellt. Es folgt die Geschichte der Fabriksanlage von ihren ersten Nutzern und ersten Gebäuden bis hin zu ihrer größten Ausdehnung unter dem Großindustriellen Georg Sigl Mitte des 18. Jahrhunderts. Daran schließt eine ausführliche Baubeschreibung des damaligen Bestandes mit dem Fokus auf das Hauptgebäude in der Währinger Straße 59. Weiters kommt es zu einer architektonischen Einordnung in die Werke des Architekten Karl Tietz mit möglichen Einflüssen und Vorbildern.

Der zweite Teil widmet sich dem WUK als Schulbau durch das Technologische Gewerbemuseum. Da es sich mit dem TGM um eine sehr spezielle Art von Schule handelt, in der vor allem zu Beginn das Ausstellen von gesammelten Exponaten im Vordergrund stand, wird auf die möglichen Merkmale eines „musealen Schulbaues“ und seine historischen Vorbilder eingegangen. Die Arbeit beinhaltet auch eine Baubeschreibung der im Zuge von Adaptierungen entstandenen Neubauten durch den Einzug des TGM um 1900. Hierbei werden auch die beteiligten Architekten vorgestellt.

Im letzten Teil der Arbeit wird auf die heutige Nutzung als Werkstätten- und Kulturhaus eingegangen, samt geschichtlichem Hintergrund und einem Überblick über nötige Adaptierungen.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER TU Wien

Kurorte der Monarchie: Rohitsch-Sauerbrunn, Portorose
Barbara LECNIK
2016 SS

Die vorliegende Diplomarbeit beschäftigt sich mit den Kurorten dreier Kronländer in der Österreich-Ungarischen Monarchie, dem Küstenland, der Krain und der Untersteiermark, die sich auf dem heutigen Gebiet Sloweniens befinden. Ziel der Arbeit war es, einen Kurort hinsichtlich seiner Lage, seiner medizinischen Angebote und architektonischen Bestandteile zu erfassen, zu definieren und anhand der untersuchten Beispiele herauszufinden, inwiefern sich die Bauten und Kurorte bau- und ortstypologisch unterscheiden. Durch die Fokussierung auf drei sehr unterschiedliche Kurorte, Rohitsch-Sauerbrunn in der Untersteiermark, Veldes in der Krain und Portorose im Küstenland konnten diese auf der Basis des vorhandenen Planmaterials, der Literatur und des Fotomaterials gründlich erforscht, analysiert und miteinander verglichen werden. Auf die anderen Kurorte in den besagten Kronländern wird im Laufe der Arbeit nicht näher eingegangen, die wichtigsten Informationen und eine kurze Beschreibung befinden sich jedoch im Anhang dieser Arbeit. Die Schlussbemerkungen geben einen kurzeren Einblick in die Ergebnisse der Recherche. Die vorliegende Arbeit soll einen ersten Beitrag zur slowenisch- und deutschsprachigen Forschung leisten, die sich mit diesen Kurorten auf wissenschaftlicher Basis bislang noch nicht auseinandergesetzt haben.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER TU Wien

Franz Schuster- Siedlungsbau der Nachkriegszeit in Wien, 1945-1960
Ines PERLINGER
2016 SS

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Die theoretische Diplomarbeit am Institut für Kunstgeschichte, Bauforschung und Denkmalpflege widmet sich dem Siedlungsbau der Nachkriegszeit des österreichischen Architekten, Möbeldesigner und Publizisten Franz Schusters (1892-1972). Er zählte zu den bedeutendsten Persönlichkeiten des Wiederaufbaus sowie des sozialen Wohnbaus in Wien. Nach einem kurzen Überblick über den Wohnbau der Zwischenkriegszeit wird auf jenen der Nachkriegszeit näher eingegangen. Von besonderem Interesse sind unter anderem die Umsetzung seines sozialen Schnellbauprogrammes sowie Schusters Konzept der Duplexwohnungen.

Besonderes Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Siedlung „Siemensstraße“ (1950-1954) in Floridsdorf und der Siedlung „Am Schöpfwerk“ (1951-1957) in Atzgersdorf. Die Siedlungen werden hinsichtlich ihrer Lage, Struktur, Wohnungstypen, Grundrissvarianten, Freiraumbezug und Gemeinschaftsräume untersucht. Im Anschluss werden die beiden Siedlungen Franz Schusters mit anderen zeitgleichen Siedlungsbauten wie die Siedlung Stadlau (1947-1948) von Michel Engelhart und Fritz Judtmann, sowie mit der Per-Albin-Hansson-Siedlung (1947-1951 und 1954-1955) von Franz Schuster, Eugen Wörle, Friedrich Pangratz und Stephan Simony verglichen. Ein Exkurs zu Schusters Siedlungsbauten der Zwischenkriegszeit soll über seine unterschiedlichen, zeitbedingten Planungsansätze Aufschluss geben, weshalb auch auf den Siedlungsbau der NS-Zeit eingegangen wird.

Ein weiterer Schwerpunk liegt bei seinen Interieur- und Möbelentwürfen, wo er unter anderem durch seine „Aufbaumöbel“ und später mit seinen „SW-Möbel“ erfolgreich war. Die Primärquelle für die vorliegende Diplomarbeit sind die Pläne der Siedlung „Siemensstraße“ und „Am Schöpfwerk“ sowie Typoskripte von Franz Schuster aus dem Archiv der Universität für Angewandte Kunst sowie die Pläne der Baupolizei MA 37.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER TU Wien

Städtebau in Bosnien und Herzegowina in der Zeit der Österreichisch-Ungarischen Okkupation von 1878 bis 1918
Nina VULETA
2016 SS

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Ziel der Arbeit ist es, durch die kulturhistorische und verkehrs-strategische Analyse von 12 Städten in Bosnien und Herzegowina eine urbane Gesetzlichkeit aufzuzeigen, die es ermöglichen soll, sie einer bestimmten urbanen Typologie zuzuordnen. Die ehemals befestigten Städte, die sich durch die mehrere Jahrhunderte dauernde osmanische Herrschaft in Städte orientalisch-islamischen Types verwandelt haben, werden, von den Invasoren Österreich-Ungarns überrumpelt, und der Prozess der europäischen Städteformierung wird eingeleitet. Die Österreichisch-Ungarische Monarchie bemüht sich Bosnien und Herzegowina die zwar die zurückgebliebenste Provinz des Reiches, aber sehr reich an Bodenschätzen ist, kulturell und ökonomisch in das Habsburgerreich zu integrieren. Es wird ein neues bürokratisches Regierungssystem aufgebaut, und man beginnt intensiv mit dem Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, was für die Exploration der Bodenschätze wesentlich war. Mit der Einführung des Katasters und von Institutionen, die sich der Landvermessung widmen, wird ein Überblick über das Land gewonnen, werden öffentliche Bauten, Industrie-, Wohn-und Sakralgebäude, Parks und öffentliche Plätze errichtet. In diesem gesamten Prozess erlebt Bosnien und Herzegowina einen ökonomisch-kulturellen und geistigen Erneuerungsprozess. Das städtebauliche System formiert Richtlinien für das Entstehen der heutigen Städte Bosniens und Herzegowinas.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER TU Wien

Der Wiener kommunale Wohnbau der Nachkriegszeit am Beispiel der Per-Albin-Hansson Siedlung West
Theresa FIERLINGER
2016 SS

Die Diplomarbeit am Institut für Kunstgeschichte, Bauforschung und Denkmalpflege dokumentiert und interpretiert den Wiener kommunalen Wohnungsbau nach dem Zweiten Weltkrieg. Das Hauptaugenmerk der Arbeit liegt auf der 1947–1951 und 1954–1955 geplanten Per-Albin-Hansson Siedlung West im 10. Wiener Gemeindebezirk. Sie zählt zu den bedeutendsten architektonischen Siedlungen nach dem Zweiten Weltkrieg in Wien. Geplant am Wiener Stadtrand von den vier Architekten Franz Schuster, Friedrich Pangratz, Stephan Simony und Eugen Wörle, ist sie der größte soziale Wohnungsbau der Nachkriegszeit. Typologisch und gestalterisch setzt die Per-Albin-Hansson Siedlung die Tendenzen des Siedlungs- und des kommunalen Wohnbaus der Zwischenkriegszeit fort. Einförmige Dachneigungen, die Reduktion an Detailausbildungen, wie einheitliche Gesimse oder Fenstertypen, erzeugen einen geschlossenen Gesamteindruck. Größere Variationen lassen sich nur bei den Grundrisslösungen feststellen. Das auf die vier planenden Architekten zurückzuführen ist. Gemeinschaftseinrichtungen sind seit dem Roten Wien wichtige Errungenschaften für das soziale Gemeinschaftsleben. So wurden in der Siedlung neben den Ein- und Mehrfamilienhäusern ein Volksheim, eine Volksschule, ein Kindergarten, eine Gaststätte, eine Polizeiwachstube, wie Kaufläden in der Erdgeschosszone geplant. Allerdings zerfällt dieses einheitliche Erscheinungsbild auf Grund zahlreicher individueller Veränderungen immer mehr.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER TU Wien

Wilhelm Cermak – temporäre Architektur der österreichischen Nachkriegsmoderne
Sabine GOTTLIEB
2016 SS – 2016 WS

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Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Tätigkeit des Wiener Architekten Wilhelm Cermak im Bereich der Messegestaltung für das Wirtschaftsförderungs-institut der Bundeswirtschaftskammer Österreichs in den 1950er- und 60er-Jahren.
Grundlage ist Wilhelm Cermaks Nachlass, der sich seit 2010 im Besitz des Architekturzentrums Wien befindet. Cermaks Œuvre wurde im Rahmen dieser Arbeit erstmals gesichtet, sortiert und vollständig in einem Werkverzeichnis erfasst, einzelne seiner Messebauten detailliert vorgestellt und sein Schaffen vor dem Hintergrund der österreichischen Nachkriegsarchitektur und den internationalen Entwicklungen kontextualisiert.
Der Messebau hat die Funktion eines Displays der Produktpräsentation und muss mehrere Anforderungen, die mitunter widersprüchlich erscheinen, erfüllen. Einerseits ist die Aufmerksamkeit der Messebesucher zu weckt, die zu präsentierenden Produkte sind in den Vordergrund zu rücken und zugleich sollte die Gestaltung ansprechend sein und ein klar definiertes Österreichbild transportieren.
Cermaks Antwort auf diese Vorgaben sind ästhetisch ansprechend ausgestaltete Entwürfe, die zwischen heiter-beschwingt und modern anzusiedelnd sind. Sie sind technisch durchdacht und hochwertig ausgeführt. Es zeigt sich eine Kontinuität der Messegestaltung seit den 1930er-Jahren, gleichzeitig aber auch, dass ephemere Bauten aktuelle stilistische Entwicklungen schneller reflektieren können als Bauten langen Bestandes.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER Uni Wien

Wohnen wie bei Palladio? Ein Vergleich der Architektur von palladianischen und neopalladianischen repräsentativen Wohnsitzen in England
Stefanie LEITNER
2015 WS – 2016 WS

Als Anfang des 17. Jahrhunderts Inigo Jones nach seinen beiden Italienreisen mit dem Queen’s House den ersten palladianische Bau auf englischem Boden errichtete, begann eine neue Ära in der englischen Architekturgeschichte. Seine Bauten, die zum Großteil für die englische Königsfamilie entstanden, setzten sich klar von der zeitgenössischen Architektur ab und sollten die Architektur in England nachhaltig prägen. Nur der englische Bürgerkrieg konnte seiner Karriere aber auch dem Palladianismus in England ein rasches Ende bereiten. Nach der Restauration setzte sich das Königshaus klar von dieser Architektur ab und Christopher Wrens englischer Barock prägte fast ein halbes Jahrhundert die englische Architekturlandschaft. Erst mit dem Erscheinen des Vitruvius Brittanicus von Colen Campbell und der englischen Quattro Libri-Übersetzung durch Giacomo Leoni und Nicholas Dubois kommt es zu einer Rückbeziehung auf die Architektur von Inigo Jones und Andrea Palladio, wenn auch in einer anderen Form als in der Zeit vor dem Bürgerkrieg.

Anhand einzelner ausgewählter Fallbeispiele werden diese Unterschiede in der palladianischen Architektur vor dem Bürgerkrieg und der neopalladianischen im 18. Jahrhundert analysiert, ausgewertet und in den politischen und kulturellen Kontext jener Zeit gestellt.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER TU Wien

Die Entwicklung der Stadt Bad Reichenhall unter dem Einfluss der Saline
Nina ADOLPH
2015 WS

Die Stadt Bad Reichenhall ist seit Jahrhunderten einer der bedeutsamsten Orte der Salzgewinnung im mitteleuropäischen Raum. Die Alte Saline zählt noch heute zu den wichtigsten Industriedenkmälern Deutschlands. Die Arbeit zeigt auf, inwiefern die Salzgewinnung und die Saline die Stadt Bad Reichenhall in ihrer Entwicklung beeinflusst und bis heute geprägt haben, wobei der Schwerpunkt auf die städtebauliche Situation gesetzt wird. Politische, traditionelle und ökonomische Faktoren werden ebenso mit eingebunden. Die Stadt wird als Salinenstadt analysiert und mit anderen Salinenstädten verglichen. Außerdem werden die relevanten Stadtteile und einige bedeutende Bauten detailliert und nachvollziehbar beschrieben und im Zusammenhang auf das Gesamtthema dokumentiert.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER TU Wien

Architektur und Ideologie,- Wohnbau im Austrofaschismus
Markus MISTELBAUER
2014 WS – 2015 WS

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Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Zusammenhang von politischer Ideologie und Architektur anhand der kommunalen Wohnbautätigkeit der Stadt Wien der Zwischenkriegszeit.

Als nach den dramatischen Ereignissen des Februar 1934 in Wien die demokratische Regierung durch ein autoritäres bzw. faschistisches System ersetzt wurde, hatte dies schwerwiegende Auswirkungen auf die Sozialpolitik der Stadt. Im Sinne der austrofaschistischen Ideologie wurde der Wohnbau weitgehend in die Hand privater Bauherren übergeben. Die Regierung selbst unternahm nur mehr das Notwendigste zur Bekämpfung von Wohnungsmangel und Obdachlosigkeit. Da trotz der Bemühungen von Seiten der Stadt der private Wohnbau nicht imstande war ausreichend Wohnraum zu schaffen, musste die Gemeinde am Ende doch wieder selbst als Bauherr auftreten.

Im Vergleich zum Wohnbauprogramm des Roten Wien war die Bautätigkeit des austrofaschistischen Wiens sehr bescheiden. Da sich aber gerade im sozialen Wohnbau viele Aspekte eines politischen Programmes widerspiegeln eignet er sich besonders gut als Forschungsgegenstand. Ein Überblick über die politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Verhältnisse im „ständestaatlichen“ Österreich bzw. Wien soll die Ideologie des Austrofaschismus veranschaulichen. Die Auseinandersetzung mit den architektonischen Tendenzen in anderen faschistischen Staaten und der Architektur des Roten Wien sowie eine detaillierte, vergleichende Betrachtung der ausgeführten Wohnbauten, unterstützen die Beurteilung und Bewertung der kommunalen Wohnbautätigkeit der Jahre 1934-1938.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER TU Wien