Diplomarbeiten

Siedler im Block. Der Winarskyhof als Superblock des Österreichischen Verbandes für Siedlungs- und Kleingartenwesen
Claudia LINGENHÖL
2018 – 

Gemeinde Wien (Hg.), Die Wohnhausanlage der Gemeinde Wien. Winarskyhof im XX. Bezirk. Stromstrasse. Vorgartenstrasse. Kaiserwasserstrasse. Pasettigasse, Wien 1926, S. 5.[mehr]
Lageplan aus der Broschüre des Winarskyhofes

Die Wohnbauten des Roten Wien prägen aufgrund ihrer großen Anzahl noch heute das Stadtbild. Durch das Ausmaß des Wohnbauprogrammes war auch der Grundkonflikt zwischen Siedlungs- und Blockrandvertretern ein zentraler, der sowohl eine ökonomische als auch eine ideologische Ebene betraf. Bemerkenswert ist daher der zwischen 1924 und 1926 im 20. Wiener Gemeindebezirk Brigittenau errichtete Winarskyhof, der mit seinen 760 Wohnungen den damals größten kommunalen Gemeindebau darstellte. Als Auftrag des ÖVSK, des Österreichischen Verbandes für Siedlungs- und Kleingartenwesen, wurde er von neun der bekanntesten Architekten dieser Zeit geplant – Josef Hoffmann, Peter Behrens, Josef Frank, Oskar Strnad, Oskar Wlach, Margarete Lihotzky, Adolf Loos, Franz Schuster und Karl Dirnhuber. Der im Verhältnis zu seiner Größe und der Prominenz der beteiligten Architekten geringe Stellenwert in der Forschung trägt zu der Frage bei, inwiefern die Ideale des ÖVSK und seiner Architekten in diesem Bau verwirklicht werden konnten.

Die Arbeit befasst sich daher in einem ersten Schritt mit den sozialpolitischen und planungsgeschichtlichen Voraussetzungen. Der Fokus soll dabei auf dem Konflikt zwischen Siedlungs- und Blockrandvertretern und den ihnen zugrundeliegenden Grundsätzen, sowie auf den vom ÖVSK als Hochbaualternativen vorgeschlagenen Gegenprojekten liegen.

Der zweite Teil analysiert die städtebauliche Konzeption der Gesamtanlage des Winarskyhofes und ordnet ihn mithilfe von Vergleichen in den Kontext der Gemeindebauten dieser Zeit ein. Zudem soll eine Analyse der von der Gemeinde Wien herausgegebenen Eröffnungsschrift Aufschluss über den Aspekt der Intention und Inszenierung geben.

In einem dritten Teil der Arbeit werden die Bauabschnitte unter den funktionalen und repräsentativen Aspekten des Wohnens analysiert und verglichen. Um sie ins Werk des jeweiligen Architekten einordnen zu können, bezieht dieser Abschnitt – neben anderen Gemeindebauten dieser Zeit – Vergleiche mit früheren Planungen anderer Gemeindebauten der Architekten mit ein.

Neben der Literaturrecherche stützt sich die Arbeit primär auf die Analyse der Einreichpläne und der – aufgrund tiefgreifender Veränderungen – historischen Fotografien, sowie auf detaillierte Vergleiche mit anderen Gemeindebauten.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER

Das WUK. Die Baugeschichte von der Fabrik – zur Schule – zum Kulturzentrum
Susanne BAUME
2016 WS

Die Arbeit behandelt die Baugeschichte des WUK. Von den ersten Gebäuden der Maschinenfabrik zu Beginn des 19. Jahrhunderts bis zum heutigen Gebäude in der Währinger Straße fanden von städtebaulichen bis hin zu kleinen räumlichen Veränderungen viele Entwicklungen statt. Die Diplomarbeit soll diese entwirren und somit die abwechslungsreiche Baugeschichte des heutigen WUK näherbringen. Die Arbeit ist in drei Teile gegliedert. Diese folgen der Chronologie der Baugeschichte und sind durch die diversen Nutzungen abgegrenzt, da diese unterschiedliche Qualitäten von dem Gebäude einfordern und es verändern. Dem ersten Teil sind allgemeine Grundlagen zur Einordnung in den architektonischen Kontext und Bautypus vorangestellt.

Der erste Teil widmet sich den Anfängen des heutigen WUK als Fabrik. So wird allgemein auf den Beginn von Industriearchitektur in England, Österreich und, im Speziellen, Wien eingegangen, als Basis für die von Karl Tietz gebauten Trakte des Komplexes. Schließlich werden die städtische Entwicklung des Gebiets Michelbeuern als Grundlage der allgemeinen Baugeschichte vorangestellt. Es folgt die Geschichte der Fabriksanlage von ihren ersten Nutzern und ersten Gebäuden bis hin zu ihrer größten Ausdehnung unter dem Großindustriellen Georg Sigl Mitte des 18. Jahrhunderts. Daran schließt eine ausführliche Baubeschreibung des damaligen Bestandes mit dem Fokus auf das Hauptgebäude in der Währinger Straße 59. Weiters kommt es zu einer architektonischen Einordnung in die Werke des Architekten Karl Tietz mit möglichen Einflüssen und Vorbildern.

Der zweite Teil widmet sich dem WUK als Schulbau durch das Technologische Gewerbemuseum. Da es sich mit dem TGM um eine sehr spezielle Art von Schule handelt, in der vor allem zu Beginn das Ausstellen von gesammelten Exponaten im Vordergrund stand, wird auf die möglichen Merkmale eines „musealen Schulbaues“ und seine historischen Vorbilder eingegangen. Die Arbeit beinhaltet auch eine Baubeschreibung der im Zuge von Adaptierungen entstandenen Neubauten durch den Einzug des TGM um 1900. Hierbei werden auch die beteiligten Architekten vorgestellt.

Im letzten Teil der Arbeit wird auf die heutige Nutzung als Werkstätten- und Kulturhaus eingegangen, samt geschichtlichem Hintergrund und einem Überblick über nötige Adaptierungen.

Betreut von:
Sabine PLAKOLM-FORSTHUBER