Architektin Eva Mang-Frimmel (1927-2000) und ihr Beitrag zur österreichischen Nachkriegsarchitektur
Sofie PRIBIL
2025 WS -
Ingrid Holzschuh
Eva Mang-Frimmel (1927–2000) schloss ihr Architekturstudium an der TH Wien ab und führte gemeinsam mit ihrem Ehemann Karl Mang ab den 1950er-Jahren ein Architekturbüro in Wien. Es entstand eine Reihe nationaler und internationaler Projekte in den Bereichen Ausstellungs- und Messebau, Geschäfts- und Ladenbau, kommunaler Wohnbau, Sakralbau sowie Innenraumgestaltung. Im Rahmen von internationalen Aufträgen konnte Eva Mang-Frimmel zudem ein weltweites Netzwerk an Kontakten zu Kolleg*innen knüpfen. Diese außerhalb von Österreich erlangten Erfahrungen bildeten einen wichtigen Hintergrund für ihr architektonisches Schaffen.
Trotz Eva Mang-Frimmels gleichwertiger Beteiligung am gemeinsamen Architekturbüro wird sie in der Architekturgeschichte häufig nur am Rande erwähnt, während ihr Ehepartner Karl Mang als Hauptverantwortlicher des gemeinsamen Werkes gilt. Als Vorstandsmitglied in der Ziviltechnikerkammer für Wien, Niederösterreich und Burgenland setzte sie sich auch dafür ein, die Rolle der weiblichen Architektinnen in einem männerdominierten Berufsfeld zu stärken.
Der im Architekturzentrum Wien verwahrte Nachlass von Mang Karl und Eva sowie ergänzende Publikationen bilden die Grundlage für die Untersuchung der Arbeitsweisen des Architektenpaares. Dabei wird untersucht, in welchem Ausmaß und in welchen Phasen Eva Mang-Frimmel an den jeweiligen Projekten beteiligt war. Im Mittelpunkt stehen jene Arbeiten, bei denen sie eine federführende Rolle übernommen hat, wie etwa beim Wohnbau des Franz Weber-Hofs oder beim eigenem Wohn- und Atelierhaus im Waldviertel. Des Weiteren wird untersucht, wie sich die Begegnungen und die Einflüsse der gesellschaftlich-politischen Gegebenheiten in ihrer Arbeitsweise widerspiegeln.
Ziel der Arbeit ist es, die architektonische Handschrift Eva Mang-Frimmels als eigenständige Position innerhalb des gemeinsamen Werkes herauszuarbeiten und ihren Beitrag zur österreichischen Nachkriegsarchitektur zu würdigen.
Architect Eva Mang-Frimmel (1927–2000) and her contribution to Austrian Post-War Architecture
Eva Mang-Frimmel (1927–2000) graduated in architecture from the Technical University of Vienna and, together with her husband Karl Mang, ran an architectural office in Vienna from the 1950s onward. Their practice produced a wide range of national and international projects in the fields of exhibition and trade fair design, commercial and retail architecture, public housing, sacred buildings, and interior design. Through international commissions, Eva Mang-Frimmel was also able to establish a worldwide network of contacts with fellow architects. The experience she gained outside of Austria formed an important foundation for her architectural work. Despite Eva Mang-Frimmel´s equal involvement in the joint architectural office, she is often only marginally mentioned in architectural history, while her husband Karl Mang is typically regarded as the main author of their shared oeuvre. As a board member of the chamber of Chartered Engineers for Vienna, Lower Austria, and Burgenland, she also worked to strengthen the role of female architects in a male-dominated profession.
The estate of Karl and Eva Mang, preserved in the Architekturzentrum Wien, together with complementary publications, forms the basis for examining the working methods of this architectural couple. The study investigates the extent and phases of Eva Mang-Frimmel´s involvement in individual projects. It focuses on works in which she played a leading role, such as the Franz Weber Hof housing projects and the couple´s own residential and studio house in the Waldviertel region. Furthermore, it explores how encounters and the influence of socio-political conditions are reflected in her approach to design.
The aim of this study is to highlight Eva Mang-Frimmel´s architectural signature as an independent position within their joint body of work and to acknowledge her contribution to Austrian post-war architecture.